Die Bühne näher zum Zuschauer heranbringen

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Im Gespräch mit Urs Schleiff, Regisseur der Spreewälder Sagennacht

Am Pfingstwochenende, vom 19. bis 21. Mai, zieht erneut die Spreewälder Sagennacht viele Zuschauer auf den Burger Schlossberg. Der Titel der diesjährigen Inszenierung lautet „Die Hochzeit“. Wir sprachen mit dem neuen Regisseur Urs Schleiff.

Urs Schleiff. Foto: Agentur.

Urs Schleiff. Foto: Agentur.

Durch Ihr Engagement an der neuen Bühne Senftenberg kennen Sie die Lausitz. Wie weit konnten Sie sich schon mit der Geschichte der Sorben/Wenden und ihrer Sagenwelt vertraut machen?
Über zwölf Jahre habe ich in der Region gelebt. Senftenberg war meine erste Station als Schauspieler. Durch viele Radtouren kenne ich den Spreewald ziemlich gut. Ich bin dort Kahn gefahren, war Schlittschuhlaufen… Was die Sagen angeht, musste ich mich jetzt erst einmal ranarbeiten. Da hat mir die Autorin Jěwa-Marja Čornakec sehr geholfen.

Hatten Sie  auch schon Gelegenheit, die Spreewälder Sagennacht zu sehen?
Ja, ich habe mir die Sagennacht letztes Jahr angeschaut, die Generalprobe.

Eine Besonderheit bei der „Spreewälder Sagennacht“ ist die Zweisprachigkeit der Inszenierung. Wie bereiten Sie sich auf diese ungewöhnliche Herausforderung vor?
Durch die Kindervogelhochzeit habe ich schon diese Zweisprachigkeit erlebt. Man hat am Anfang fünf, sechs Textbücher in den unterschiedlichen Fassungen Deutsch, Niedersorbisch, Obersorbisch…  Inhaltlich weiß ich aber natürlich, worum es geht, und deshalb ist es für mich als Regisseur gar nicht so schwer.

Sie haben bereits auf Freilichtbühnen Regie geführt. Was ist für Sie das Besondere an Freiluftinszenierungen?
Man hat viel mehr Raum, viel mehr Platz. Man muss viel mehr organisieren. Man muss viel größer spielen. Man muss sehen, dass  keine Löcher entstehen, gerade durch die weiten Wege, die man hat. Dass daraus eine kompakte Handlung wird, ist die größte Herausforderung und natürlich, dass man erst in der letzten Woche draußen probieren kann. Denn das, was wir in Bautzen probieren, hat meistens dann keine Gültigkeit mehr, außer dass man inhaltlich und szenisch natürlich vorprobieren kann. Es wird eine Herausforderung, das in der letzten Woche zusammenzuführen. Dann kommen Statisten dazu, die Pferde… Da ist viel zu koordinieren.

Sie haben den Schlossberg mit dem Bismarckturm kennengelernt. Wie gefällt Ihnen die Kulisse?
Die Kulisse ist sehr prächtig. Aber die Entfernung zum Zuschauer ist sehr weit. Ich habe kaum gesehen, was auf dem Turm stattfand. Deshalb wird für mich der Turm eher eine Nebenrolle spielen, und ich werde versuchen, die Bühne näher an die Zuschauer heranzubringen.

Interview: Kerstin Möbes
Titelfoto: Romantik und Show am Bismarckturm. Foto: TSPV

Info
Termine: 19., 20., 21. Mai. Einlass ab 18 Uhr, Vorprogramm 19 Uhr, Hauptprogramm 20.30 Uhr
Tickets: im Vorverkauf 20 EUR, an der Abendkasse 25 EUR, div. Ermäßigungen.
www.burgimspreewald.de/de/sagennacht

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