Campus Open Air ist wieder laut gegen Nazis

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Das Laut gegen Nazis – Campus Open Air (LGNCOA) geht in diesem Jahr in seine elfte Runde. Begonnen hat alles 2005 unter der Ägide des Zwischenbau V. Damals (und 2006) kamen die Einnahmen des Campus Open Air der Clownssprechstunde im Carl-Thiem-Klinikum zu Gute. Seit 2008 läuft das Campus Open Air mit dem Zusatz „Laut gegen Nazis“ als LGN-COA.
Unter diesem Motto gaben sich unter anderem schon Royal Republic, Bonaparte, Die Orsons, Koletzkis und Turbostaat die Mikrophone in die Hand. In diesem Jahr sind Antilopen Gang, Eko Fresh, Gleis8 (AnNa R. von Rosenstolz) und Kafvka am Start.

Wir sprachen mit AnNa R., die mit ihrer aktuellen Band Gleis8 beim LGN-COA 2016, am 8. Juli auf dem Zentralcampus der BTU, spielen wird.

Wer ist eigentlich Gleis8?
Das sind Anna R., ehemals Rosenstolz, Manne Uhlig, Schlagzeuger und Keyboarder sowie Produzent, Texter, Komponist und noch viel mehr: Timo Dorsch.

Ist das Dein Projekt? Machen die anderen „nur“ mit oder ist alles ganz anders?
Wir haben etwa 2013 gemeinsam beschlossen, dieses Projekt anzufangen. Damals waren wir noch zu viert. Leider haben wir unseren Mitstreiter Timo Dorsch an den Krebs verloren. Das ist kein neues Projekt von mir, sondern eine Band, die sich noch in der Findungsphase befindet. In einer ordentlichen Findungsphase, übrigens. Wir haben uns schon so ordentlich gefunden, dass wir bereits zwei Alben veröffentlicht haben und definitiv ein Drittes machen werden.

Wie weit ist Gleis8 von Rosenstolz entfernt?
Das ist ganz schwer zu beurteilen. Es ist einfach immer noch die gleiche Stimme und ich singe auch immer noch deutsch. Die Assoziation mit Rosenstolz ist dadurch sicher gegeben. Wir machen Popmusik, aber ich fühle mich freier als bei Rosenstolz. Aber das kann ich schlecht beurteilen. Ich überlasse das anderen. Journalisten zum Beispiel. Neu für mich ist, dass wir basisdemokratisch arbeiten. Wir entscheiden alles zu dritt. Wir komponieren und texten gemeinsam. Wir befruchten uns da gegenseitig. Mal ist der Eine, mal der Andere dran, je nach dem, wer die besseren Ideen hat. Vervollkommnet wird das am Ende aber immer zu dritt. Für mich ist das eine schöne Herangehensweise – zwar nicht immer ganz einfach, aber es macht Spaß.

Als Gleis 8 seid ihr das erste Mal in Cottbus. Ihr seid dabei Teil des „Laut gegen Nazis – Campus Open Air“. Warum macht ihr da mit?
Derzeit kann man nicht genug gegen Nazis tun. Man kann im Moment nicht genug dagegen sagen, dass die Leute, die einfach nicht nachdenken, die Oberhand gewinnen. Das darf einfach nicht passieren. Insofern haben wir auch die Pflicht, so viel wie möglich gegen Rassismus, gegen Nazis, gegen Ausländerfeindlichkeit, gegen Intoleranz zu unternehmen.

Euch liegt also daran, ein klares Statement zu setzen?
Ja, das ist uns ganz bewusst. Cottbus ist das zweite Konzert dieser Art. Wir waren in Flensburg schon dabei und werden auch noch bei einer anderen Veranstaltungsreihe dabei sein, die sich „Hand in Hand gegen Rassismus“ nennt. Das Thema liegt uns am Herzen, auch mir persönlich.

Das Interview führte Robert Gordon.

LGN-COA-Tipp:
8. Juli, Zentralcampus der BTU, Einlass 18.30 Uhr, Beginn 19.00 Uhr, Ende Open Air 01.00 Uhr,
Aftershowparty mit Jörn Menge (LGN) und Fritz DJ Dissn bis 05.00 Uhr

Infostände: Cottbuser Aufbruch, Amnesty International, IG Metall

Internationale Essensmeile

EINTRITT FREI

Mehr Infos im Internet:
Facebook unter „Laut gegen Nazis“

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