„Das ist der Hammer“ – Team Lausitz bei den Paralympics

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Der BPRSV – Brandenburgischer Präventions- und Rehabilitationssportverein e. V – existiert seit 2003. Zeichen seiner erfolgreichen Arbeit sind die sechs Sportler aus seinen Reihen (siehe Team Lausitz), die zu den Paralympics nach Rio fahren. Hermann sprach mit Christian Seifert (CS), 1. Vorsitzender des Vereins und Vorstandsmitglied Ralf Paulo (RP), der zugleich auch Cheftrainer ist.

Seit wann und warum gibt es den Verein?
CS: Der Verein wurde 2003 mit dem Hauptziel gegründet, für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, die von ihrem Arzt eine Verordnung bekommen haben, Reha-Sport zu machen, diesen Sport zu organisieren, abzurechnen und weiterzuentwickeln. Am Anfang gab es zehn Standorte, die das anbieten konnten, Heute sind es 219 in Brandenburg, Berlin, Sachsen sowie drei anderen Bundesländern. Über 4500 Übende kommen mit ärztlichen Verordnungen zu unserem Reha-Sport.

Das Angebot des Vereins hat sich erweitert, jetzt fördern sie auch Leistungssport…
CS: 2011 stieß Ralf Paulo zum Verein dazu, seitdem sind wir auch für Leistungssportler mit Handicap aktiv. Aus dieser kleinen Idee entwickelte sich das, was wir heute machen.
RP: Die Ersten waren die Reiter. Sie trainierten und trainieren auch heute noch in Radensleben (bei Neuruppin, Anm. d. A.) Personen, die zum Beispiel durch einen Autounfall oder eine angeborene Erkrankung im Rollstuhl sitzen oder eine andere erhebliche Erkrankung haben.

Welche Sportarten haben sie in diesem Rahmen in Cottbus etabliert?
CS: Radsport und Leichtathletik. Bekannt sind vor allem  Frances Herrmann, eine Schülerin der Cottbuser Sportschule. Sie wurde 2008 völlig überraschend Paralympics-Silbermedaillengewinnerin im Diskuswerfen. Sehr bekannt ist auch Jana Majunke, die mit ihrem Renndreirad schon vierfache Weltmeisterin geworden ist. Durch Ralf Paulos Arbeit ist es uns gelungen, mit dem 01.01.2013 anerkannter Paralympischer Trainingsstützpunkt für Leichtathletik zu werden.
RP: Das war uns deshalb wichtig, da wir nur so vom Deutschen Behinderten Sportverband (DBS) gefördert werden.
CS: Im nächsten Schritt haben wir versucht, gute und talentierte Handbiker und Radsportler mit Handicap an uns zu binden. In London, 2012, waren wir dann mit zwei Radsportlern und einem Leichtathleten vertreten. Vier Jahre später in Rio sind es schon sechs Sportler. Das ist der Hammer!

Wo soll es mit dem Verein hingehen?
CS: Wir haben jetzt den Turbo-Gang eingelegt und gemeinsam mit Stadt, Land und Olympia-Stützpunkt infrastrukturelle Entscheidungen getroffen. Wir wollen in Cottbus den Schwerpunkt auf Paralympics legen. Am 4. Oktober eröffnen wir nahe der Leichtathletik-Halle ein paralympisches Zentrum, in das Stadt, Land und Bund 1,7 Millionen Euro investiert haben. Dort gibt es dann Büros, Multifunktions-Trainingsräume, eine moderne Physiotherapie und einen großen Regenerations-Bereich.
RP: Für unsere Para-Sportler sind das Top-Bedingungen. Zumal auch zwei weitere Trainerstellen hinzugekommen sind. All das hat sich schon herumgesprochen. Wir bekommen inzwischen auch von Spitzensportlern bundesweit Anfragen, ob man bei uns trainieren könne.
CS: Unser Ziel ist es für die beiden Sportarten Leichtathletik für Sportler mit Handicap und Paracycling die Nummer Eins zu sein.

Das Interview führte Robert Gordon

Team Lausitz:
Martina Willing (Leichtathletik), Frances Herrmann (Leichtathletik), Kerstin Brachtendorf (Radsport), Jana Majunke (Radsport), Janne Engeleiter (Leichtathletik), Alina Rosenberg (Reiten)

Foto: Christian Seifert (l.) und Ralf Paulo.
(Foto: TSPV)

Der Verein im Internet: www.bprsv-online.de

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