Albert Hammond: Welthits-Festival als One-Man-Show

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Wenn alle Musiker, für die Albert Hammond Songs geschrieben oder mitgeschrieben hat, mit ihm zusammen am 30. April in der Stadthalle Cottbus auftreten würden, ginge dort wohl das spektakulärste Festival des Jahres in Deutschland über die Bühne. Zumindest im Oldiebereich. Albert Hammond, geboren vor 72 Jahren in London, hat für unzählige internationale Stars komponiert: Whitney Houston („One Moment In Time“), Willie Nelson & Julio Iglesias („To All the Girls I\’ve Loved Before“), The Hollies („The Air That I Breathe“), Art Garfunkel („99 Miles“), Tina Turner („I Don’t Wanna Lose You, Way of the World“), Diana Ross („When You Tell Me That You Love Me“) und so weiter. Davor, dazwischen und danach – so auch jetzt – sang er auch immer wieder selbst. Und natürlich hat er auch für sich eine Reihe eigener Hits geschrieben, die allein schon für ein zünftiges Oldiefestival reichen, als da wären: „The Free Electric Band“, „It Never Rains In Southern California“ oder „I’m A Train“. Insgesamt sind weltweit sagenhafte 360 Millionen Tonträger verkauft worden, an denen der Songschreiber beteiligt ist. In vielen Ländern der Erde dürfte die gesamte Plattenproduktion nicht an diese Zahl herankommen.

Vor allem ein Song fehlt heute in keinem Oldie-Radio. „It Never Rains In Southern California“, das 1972 in die Hitlisten schoss, wird meist in der Kategorie Flowerpower-Hymne verstaut. Dabei war der Song nur oberflächlich eine Mischung aus fast korrektem Wetterbericht und metaphorischem Wunschdenken. In Wirklichkeit hüllte der softe Sound die Ernüchterung darüber ein, dass auch das Leben im Hippie-Traumland nicht nur von der Sonne beschienen wird, sondern es dort ebenfalls heftig gießt. Inzwischen hat sich das geändert, große Trockenheit liegt oft über dem Golden State.

Was sich wenig geändert hat, ist Albert Hammonds Lust auf Konzerte und seine Stimme. Ja, sie sei sogar besser geworden, sagt der Musiker. So wird er denn auch „One Moment in Time“, sein Megahit für Whitney Houston, auf seine ganz eigene Art zum Besten geben. Das einzige, womit Albert Hammond in Cottbus nicht dienen kann, sind die bekannten Duettpartner, mit denen er 2010 seine Klassiker auf dem Album „Legend“ einspielte. Unter anderem mit seinem Sohnemann Albert Hammond Junior. Der ist bekanntlich Gitarrist bei der New Yorker Garagenrockband The Strokes. Wenn die als Support auch noch in Cottbus dabei gewesen wäre, hätte das wohl für eine Senkung des Publikum-Altersdurchschnitts gesorgt.

Thomas Lietz
Foto: Albert Hammond. © pr/Andreas Weihs

Konzert
30. April, 20 Uhr, Stadthalle Cottbus

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