Neuanfang beim LHC Cottbus

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Gewähltes Führungsquintett will Verein in ruhiges Fahrwasser geleiten

Im Cottbuser Stadthaus haben die 75 stimmberechtigten Mitglieder während der Wahlversammlung des Lausitzer Handballclubs den fünf vorgeschlagenen Mitgliedern das Vertrauen ausgesprochen, ihren Verein künftig weiter zu konsolidieren und in ein wirtschaftlich ruhiges Fahrwasser zu begleiten. Neuer Präsident ist Peter Gronem, seine neuen Mitstreiter sind der 1. Vizepräsident Marco Doil und als zweiter Vize Gerald Haschick. Komplettiert wird das neue Führungsquintett durch den zuletzt kommissarisch als Präsident agierenden Frank Praetzel und durch Marcel Linge, der als sportlicher Leiter im Vorstand zugleich die erste Männermannschaft des LHC durch die Ostsee-Spree-Oberliga geleitet.
HERMANN sprach direkt nach der Präsidiumsneuwahl mit Präsident Peter Gronem.

Neuer LHC-Präsident: Peter Gronem. ©TSPV

Herzliche Gratulation zur Übernahme dieses Amtes! Dies geschieht voller Respekt, weil ja gerade die jüngere Vergangenheit manche Klippen in der Vereins- und Vorstandsarbeit des LHC präsentiert hat. Auch dass Sie als völliger Neuling im Verein gleich auf den Chefsessel geklettert sind, ist bemerkenswert.
Vielen Dank! Und es stimmt, dass ich ein Neuling im Verein bin. Ich hatte mich lediglich im letzten Dezember bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vorgestellt und meine Ansätze zur Vereinsarbeit dargelegt. Ich hatte damals darauf verwiesen, dass ich kein Handballer bin, meine Stärken eher im Management liegen, genau wie in der Organisation und in der Führungsqualität, die ich im Beruf stets nachweisen muss.

Was tun Sie beruflich?
Ich bin Berliner, seit fünf Jahren hier in Cottbus tätig. Meine Firma trägt den ellenlangen Namen „Peter-Gronem-Kommunal-und-Industrie-Versicherungsmakler Gmbh“. Das heißt so viel, dass wir große Versicherungsrisiken in den Firmen betreuen. Ich wohne in Cottbus, bin quasi Mitglied der Stadt.

Was aber allein bestimmt nicht reicht, um einen Verein von rund 250 Mitgliedern führen zu wollen. Was hat Sie zum Schritt in Richtung Cottbuser Handball animiert?
Schauen Sie, wenn man hier tagtäglich arbeitet, kommt es zu Kontakten mit den Leuten hier. Denen etwas zurückzugeben mit meiner ehrenamtlichen Tätigkeit, ist mein Ziel. Allein das Potential der vielen jungen Leute ist für mich interessant. Diese anzuleiten und mit meinen organisatorischen Fähigkeiten zu führen, ist für mich aufgrund meiner beruflichen Erfahrungen absolut machbar. Für die rein sportliche Schiene haben wir tolle Leute als Trainer. Denen will und werde ich nicht reinreden, ich sehe mich eher als der Manager im Verein.

Haben Sie sich vor Ihrem Amtsantritt über die schwierigen Zeiten informiert, die der Verein vor nicht allzu langer Zeit durchlebt hat?
Die steuerlichen Geschichten der Vergangenheit sind mir sehr wohl bekannt. Viele Mitglieder haben die Schwächen ja recht schnell wieder gerichtet. Insofern ist die Lage keineswegs dramatisch. Das habe ich erkannt, als ich in Sachen Steuern und Finanzen mit dem Verein unterwegs war. So habe ich erkannt, dass der Verein gut aufgestellt ist und die angesprochenen Dinge wirklich der Vergangenheit angehören.

Sie haben Ihr Leitungskonzept den Mitgliedern im Dezember des vergangenen Jahres bereits vorgestellt. Welche Eckpunkte Ihres Tuns haben Sie dabei genannt?
Wir wollen alles daransetzen, den jungen Handballern, egal, ob aus der A-, B- oder C-Jugend, ein Zuhause zu bieten. Wer Handball mal erlebt hat, der wird wissen, dass dieser Sport für die Entwicklung von Menschen und Persönlichkeiten bestens geeignet ist. Wir wollen keinen Spieler fallen lassen, der es vielleicht nicht ganz in den Leistungssport schafft. Weil es bei uns nicht ausschließlich um den Leistungssport geht.

Interview: Georg Zielonkowski
Titelfoto: Das Präsidium: Marcel Linge, Gerald Haschick, Frank Praetzel, Peter Gronem und Marco Doil (v.l.n.r.). © TSPV


Hintergrund
Der Lausitzer Handballclub Cottbus versteht sich als Vertreter zweier Sparten dieser Sportart. Die öffentlich wirksamste ist der Leistungssport. Über diese Schiene wird der Verein auch öffentlich bewertet. Mit der Lausitzer Sportschule und dem angrenzenden Olympiastützpunkt sind die Bedingungen als geradezu ideal zu bezeichnen. Diese Konstellation schreit regelrecht nach einem kommunikativen Miteinander, um das es zuletzt nicht sonderlich gut bestellt war. Dies zu verbessern, ist das neue Quintett der Führung des Vereins ebenso angetreten, wie es sich intensiv auch um die „Amateure“ des Cottbuser Handballsports kümmern will. Gerade die 3. Männermannschaft, die vom neuen Präsidiumsmitglied Gerald Haschick trainiert wird, steht als Auffangbecken für jene Akteure, die den ganz großen Weg nicht einschlagen konnten.

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