Große Lichtinstallation auf der Stadtpromenade

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Am 6. Mai kommt schweres Gerät auf die Freifläche an der Stadtpromenade gefahren und das in künstlerischer, ja religiöser Mission. Im Rahmen der Lichtperformance „sola scriptura“ hebt ein Schwerlastkran Lichtfäden in 95 Meter Höhe. Die höchste, freischwebende Lichtinstallation Europas verweist damit nicht nur symbolisch auf die 95 Thesen, die Martin Luther vor 500 Jahren in Wittenberg an die Kirchentür genagelt hat, sondern zielt wohl auch auf eine überwältigende Wirkung des Arrangements ab, die allen Schaulustigen ein Gefühl von Winzigkeit geben wird.

Der Lichtkünstler und Initiator des Projekts, Jörn Hanitzsch, betont hingegen die theoretischen Grundlagen seiner Idee. Die Leuchtfäden stehen symbolisch für die Schrift: „Mit der Besinnung auf die Heilige Schrift wollte Martin Luther gemeinsam mit den Reformatoren seiner Zeit das Evangelium von Jesus Christus, die biblischen Texte, zur Grundlage des christlichen Glaubens machen, indem sie die Schrift als alleinige Richtschnur zum Maßstab der kirchlichen Lehre machten und so gegen solche Traditionen stellten, die mit ihr nicht vereinbar sind.“ Diese „Richtschnur“-en sollen nun also in die Höhe gehoben werden. Kein Geringerer als der brandenburgische Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke ist Schirmherr dieser Aktion, sprich, es gibt schon einen Schulterschluss mit ganz oben, wenn auch nicht mit ganz ganz oben. Wie überzeugend diese Performance schlussendlich ist, kann jeder selbst entscheiden. Los geht’s 19 Uhr und dauert bis ca. 1 Uhr morgens.

Sabrina Kotzian

Titelfoto: Probehebung der Leuchtfäden, die einen ersten Eindruck von der Performance gibt. © Hanitzsch.

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