Buchhäuser: Sandower Bücherei

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Diese Bücherei hat eine Geschichte, die sie in das Besondere, und wenn man überlegt, dass sie seit über 17 Jahren besteht, ins Außergewöhnliche hebt. Sie ist ein Beleg dafür, dass Bücher nicht totzukriegen sind und gebraucht werden. Am 19. Januar 2000 verabredeten sich aus einer Bürgerversammlung heraus zwölf Sandower, die nicht hinnehmen wollten, dass ihre Stadtteilbibliothek geschlossen worden ist. Sie gründeten einen Kulturverein mit dem Namen „Bücherei Sandow e.V.”

Seine Devise lautet: „Auch Kultur ist ein Lebensmittel.” Weil jeder Ernährungsberater sagt, man solle bei Essen und Trinken Vielfalt walten lassen und auf die Vitamine achten, übt sich auch der Verein in mannigfachen kulturellen Angeboten. Er öffnet die Türen seiner Bücherei nicht nur für Leser und Autoren aus der Lausitz, sondern auch für eine Galerie regionaler Künstler*innen und sorgt dafür, dass Chöre – zum Beispiel im Blechenpark –  mit ihren Liedern in die Ohren vieler Zuhörer finden. Über 10.000 Zuschauer und Zuhörer bei Lesungen und anderen Höhepunkten  in 17 Jahren sind eine stolze Zahl.

In Gudrun Hibsch hat der Verein von Anfang an eine Vorsitzende, die die Kultur lebt. Kein Druckfehler, ja, sie liebt sie und tut etwas für sie, für Bücher, Bilder, Lieder. Sie hat im Verein und seinem Vorstand eifrige Mitstreiter, die alle genannt werden müssten, aber die physikalische Beschaffenheit von Papier, das sich nicht dehnt, sondern reißt, verlangt Kürze. Ein Pardon an alle Nichtgenannten. Immerhin hat der Verein an die 40 Mitglieder, 12 von ihnen sind in der Ausleihe der Bücherei tätig, alle ehrenamtlich. Engagiert, pflichtbewusst und zuverlässig.

Renate Marowsky ist seit sechs Jahren  Leiterin der Bücherei. Einst Gewerkschaftsbibliothekarin im TKC, hat sie nach der Veröffentlichung zweier nun oft ausgeliehener autobiografischer Romane („Johannas Tochter” und „Wolkenkinder” im Reimo-Verlag Oberding/Bayern) das Ehrenamt übernommen. Vor allem Kinder und Senioren gehören zu den Lesern. Schüler der Christoph-Kolumbus-Grundschule lieben es, wie ihr Namenspatron auf Entdeckungstouren zu gehen: Mangels Karavellen tun sie dies in Büchern. Mit ihnen und der Carl-Blechen-Grundschule eint die Bücherei ein Kooperationsvertrag. Bücherei-Ehrenamtler und Lehrerinnen bilden ein gutes Gespann.

„Dass so viele Kinder lesen, macht uns Mut“, erklärt Gudrun Hibsch. „Deshalb bereitet der Verein mit Pädagogen ein Programm „Lesen ein Erlebnis” vor, das noch mehr Schüler an die Schönheit der Literatur heranführt.”

In die Bücherei Sandow kommt man per Aufzug an der Rückfront der Christoph-Kolumbus-Grundschule in der Muskauer Straße 1, Souterrain. Ausleihzeiten: Montag und Freitag 13 bis 17 Uhr, Mittwoch 9 bis 13 Uhr.

Klaus Wilke
Foto: Freitagsteam der Bücherei Sandow mit Renate Marowsky (li.) © TSPV

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