Im Rausch – neue Ausstellung in der Galerie Fango

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Die Galerie Fango widmet sich mit ihrer aktuellen Ausstellung dem Rausch. Schmunzelnd setzen erste Assoziationen ein: Das Multimedia-Projekt mit Videoinstallationen und großformatigen Fotografien, welches nun in den Ausstellungsräumen präsentiert wird, untersucht jedoch ganz andere Rauschzustände als solche, die einem als Erstes in den Kopf kommen.

Felix Hasler und Nenad Brcic bilden die Produktionsgemeinschaft neuro culture lab, die hinter dem Ausstellungsprojekt „So ist es! Oder auch ganz anders“ steht. Die beiden interessieren sich für Menschen, die auf der Suche nach Lebenssinn und existenzieller Erkenntnis ein Risiko eingehen. So stürzen sie sich in die Ekstase religiöser Riten oder nehmen einen abenteuerlichen Mix halluzinogener Substanzen in der dunklen Einsamkeit eines Isolationstanks. Wieso setzen Menschen sich solchen Extremen aus, und was erfahren sie dabei?

Hasler und Brcic begleiten eben solche Suchenden und zeigen deren metaphysische Expeditionen. Ruben Enaje, einen Schildermaler, begleiten sie im April 2003 im philippinischen Dorf San Pedro Cutud bei seiner 18. Kreuzigung. Er ist ein einfacher, beinahe schüchterner Mann, nicht mal besonders gläubig und erträgt doch, an ein Kreuz genagelt zu werden. Honza Samotar ist Mediziner und Naturwissenschaftler. Seine Substanzexperimente macht er, weil ihn eine rationale wissenschaftliche Frage interessiert: Gibt es eine Invarianz (Unveränderlichkeit) des Bewusstseins? Gibt es einen unverrückbaren Ich-Kern, irgendetwas im Erleben, das immer bleibt, unabhängig davon, in welchem Bewusstseinszustand man sich befindet? Die Bilder und Videos der Ausstellung erzählen von eben jenen ganz unterschiedlichen Trips.

Am 12. Juli ist Felix Hasler mit einem Vortrag zu Gast in der Fango und wird dort nicht nur über die Zusammenhänge und Hintergründe der neuen Neurowissenschaft, einer Neuromythologie, und der gezeigten Arbeiten reden. Es ist die Gelegenheit, noch mehr Hintergründe zu dem Projekt und der Ausstellung zu erfahren sowie einen umfangreichen Blick auf die Bemühungen zu werfen, die unternommen werden, um dem menschlichen Gehirn auf die Schliche zu kommen.

sk/pm
Titelfoto: Anhängerinnen der christlichen Glaubensgemeinschaft Ingreja Deus e Amor in Salvador de Bahia, Brasilien, 2002 © neuro culture lab.

Vortrag „Neuromythologie“ mit Felix Hasler
12.7., 21 Uhr, Galerie Fango
www.fango.org

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