Im historischen Rennsport eine feste Größe

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MC Klassik Motorsport Cottbus e. V. startet die Saison am 12. und 13. Mai

Als 2012 Jürgen Horn mit seiner AWO RS 250/3 aus dem Baujahr 1957 Zweiter der Gesamtwertung des ADMV Classic Cups wurde, konnte wohl kaum jemand im 2012 gegründeten Verein ahnen, dass schon fünf Jahre später die Freunde historischer Renntechnik aus Cottbus die Gesamtwertung dieses Wettkampfes würden gewinnen können.

„Unsere Mitgliederzahl ist stets gewachsen, weil es sich unter den Motorsportverrückten rumgesprochen hat, dass wir praktisch einen Sammelpunkt für den Motorrennsport der Vergangenheit darstellen. Und wir daneben auch Zeit und Muße für ein geselliges Vereinsleben haben, in dem sich freilich fast alles um den Motorsport, um Treffs und Ausfahrten dreht“, so skizziert der Vorsitzende Eberhard Kliem den Charakter des Vereins.

Der Oldie Franz Boigk.

Der Oldie Franz Boigk.

Nach ihrem vierten Platz in der Teamwertung 2016 gelang den Fahrern des MC Klassik nun gar der Sprung aufs höchste Treppchen der Mannschaftswertung. Dazu maßgeblich beigetragen haben zwei Fahrer des Vereins, die die Einzelwertung ihrer Rennkategorie gewonnen haben: Ronald Kirst mit seiner Benelli 350 GP Replica aus dem Baujahr 1968 und der Jüngste im Club, John Weller. Der 20-jährige räumte gleich in seiner ersten Oldie-Saison so richtig ab und gewann mit seiner Benelli 125. Diese Zweitakt-Zweizylinder-Rennmaschine stammt übrigens aus dem Baujahr 1968, womit sein Gefährt deutlich älter als dessen Fahrer ist. Die beiden zweiten Gesamtränge des 68-jährigen Franz Boigk (AWO RS, Bj.1958) und Frank-Thorsten Hussock (Yamaha RD 250, Bj.1974) komplettieren die außergewöhnliche Leistung der Fahrer dieses Clubs.

Der Youngster John Weller.

Der Youngster John Weller.

 

Inzwischen laufen die technischen Vorbereitungen auf die neue Motorsportsaison, die für die „Klassiker“ relativ früh ein ganz wichtiges Datum bereit hält. „Am 12. und 13. Mai werden wir in sechs verschiedenen Rennklassen die neue Saison auf dem Welzower Flugplatzgelände eröffnen und dort zugleich den Gästen unseren Sport vorstellen, um in den Folgemonaten auf den altbekannten Rennstrecken in Schleiz, am Frohburger Dreieck und dem Sachsenring zu starten. Das Rennen auf dem Oberlausitzer Dreieck wird für uns dann die Saison beschließen. Dann werden wir wissen, wie wir uns als Titelverteidiger darstellen konnten, obwohl uns die Freude am Fahren mit der alten Technik beinahe wichtiger ist als die Jagd nach den Siegerkränzen“, schaut Eberhard Kliem auf die neue Saison voraus, zu der wie in jedem Jahr auch einige touristische Ausfahrten gehören werden. Per Bus soll es beispielsweise nach Ludwigsfelde gehen, natürlich ist auch der große Oldtimertreff am 1. Mai in Werben ganz fest im Jahresplan verankert.

Es „wellert“ wieder in der Lausitzer Motorsportszene

Nicht nur bei den Motorsportenthusiasten der Lausitz hat der Name Weller einen ganz besonderen Klang: weil es seit 1988 immer wieder „Weller-Männer“ sind, die mit vorderen Plätzen bei den verschiedenen Rennen auf sich aufmerksam machen konnten. Im August wurde Jens Weller auf dem Schleizer Dreieck Sieger der 125-ccm-Ausweisklasse, dessen Vater wurde im gleichen Rennen Fünfter. Beide gehörten damals dem MC Verkehrskombinat Cottbus an. Einem Verein, der vor allem mit der Disziplin K-Wagen-Sport von sich reden machte. Familie Weller jedoch setzte mehr auf die zweirädrigen Rennmaschinen. So stieg auch der Enkel John des inzwischen leider verstorbenen Winfried W. auf ein schnelles Motorrad, Tipps dafür erhielt er von seinem Onkel Jens. Wurde zwischendrin bei Wellers etwa eine Generation ausgelassen? Hatte sich der Rennvirus in Drebkau und Umgebung etwa verharmlost? Keineswegs, denn Johns Vater Thomas begann  2017 in der Klassik-Sparte, als er mit seiner Partnerin Kathrin Koalick sein Yamaha-Seitenwagen-Gespann an die Startlinie bugsierte. Genannt muss in diesem Zusammenhang auch Johns Bruder Benjamin werden, der in der IG Königsklasse (Zweitakter verschiedener Fabrikate sind hier unterwegs) bereits  2009 zu Meisterehren kam. Weil auch Timo, der Sohn von Jens Weller, einige Zeit in dieser Rennklasse unterwegs war, kommt man in Summe zu erstaunlichen sechs Piloten aus drei Generationen, deren Herz Rennfahrerblut zu pumpen hat …

Fotos/ Texte: Georg Zielonkowski

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