Rubrik: Editorial

Neulich klingelte es an meiner Tür. Als ich öffnete, stand ein Mann vor mir, fragte mich, ob ich so hieße, wie ich heiße. Ich bejahte es und wusste, das war ein Fehler. Er übergab mir einen großen gelben Umschlag.  Ich war verunsichert: Hatte ich die große Hausreinigung nicht gemacht, wollte sich jemand von mir scheiden lassen, oder hatte ich etwa etwas gewonnen? Vielleicht viel? Leider weit gefehlt: Meine Landesregierung will mich kennenlernen und zwar richtig. Besser: Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg hat keine Ahnung, wer die Menschen sind, die in Berlin-Brandenburg, dem imaginären und nur auf öffentlich-rechtlicher Ebene verbandelten Konstrukt…

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Gerade eben war es noch warm, wir lagen an Ostseestränden, trugen Sonnenschutz auf, badeten und, zack, ist’s kalt. Es regnet, meistens, wenn etwas mit dem Rad zu tun ist oder der Schirm noch im Auto liegt.  Es sind Minusgrade, bevor die Übergangsjacke aus den Tiefen des Schrankes hervorgekramt ist. Die Laufwege sind versperrt, weil in eingezäunten Arealen Weihnachtsbäume an die Leute gebracht werden. Statt Dinkelherzen-Keksen stehen Schokoladen-Dominosteine auf dem Bäckertresen. Wie schnell das alles geht. Fast noch schneller als Urlaub. Wenn sich nun beides verbände, also Urlaub und Vorweihnachtszeit, dann müsste die Zeit doch so schnell sein, dass sie am…

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Liebeserklärung an einen Mann… …ja, das hätte ich mir auch mal nicht träumen lassen. Aber so überraschend, wie dieser „hermann“ in mein Leben trat, so intensiv begleitet er mich seitdem auch! Vor vielen Jahren noch Wettbewerber im Print-Markt, Partner bei Aktionen wie „Lausitzer Lächeln“ – und plötzlich das Angebot des Verlegers Thomas Richert: „Euch würde ich ihn übergeben, dann bleibt der ,hermann‘ auch der ,hermann‘.“ Was folgte, waren Ideen, Konzepte, das Überzeugen einer Holding, die Entscheidung zur Übernahme und seitdem ganz viel Herzblut, Engagement, Staunen und die Erkenntnis, dass in einer City wie Cottbus die Uhren doch ganz anders ticken.…

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„Wir sind Papst“, titelte eine große deutsche Tageszeitung vor einer ganzen Reihe von Jahren bei gegebenem Anlass. Bei einer anderen Gelegenheit schlagzeilte das gleiche Blatt: „Wir sind Weltmeister“. Daran erinnere ich mich, wenn ein Niederlausitzer Theater, die neue Bühne Senftenberg, jubiliert: „Wir sind 70“. Abgesehen davon, dass ein Siebzigjähriger jubilieren kann, wenn er gesund und fit ist, starten doch die wenigsten HERMANN-Leser in dieser Altersklasse. Aber viele von ihnen sind, wobei ich keine Statistik bemühen muss, Theatergänger. Die Bühnenlandschaft ist hierzulande ja auch dichtmaschig aufgestellt. Da ist wieder an die neue Bühne zu denken, die einst aus einer ehemaligen Schulturnhalle…

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