Filmemacher in Erwartungshaltung

0

Das 17. Neiße Filmfestival will vom 12. bis 17. Mai das Dreiländereck erleuchten

Im Epizentrum wird nicht gebibbert, sondern geklotzt: Denn im Kunstbauerkino Großhennersdorf, dem kleinsten Duoplex der Republik, wartet vom 12. bis 17. Mai die 17. Auflage vom „Neiße Filmfestival“ auf. Mehr als 600 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme sind dafür bei den Festivalmachern eingegangen und bewerben sich um einen Platz in den drei Wettbewerben und diversen Filmreihen sowie um insgesamt acht der begehrten Fische.

Genreübergreifend und trinational zeigt sich der besondere Charakter des Filmfestivals an rund zwanzig Spielorten mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und Partys – mit Kooperationspartnern im tschechischen und polnischen Grenzgebiet.

Eine Besonderheit ist das Netzwerktreffen des sorbisch-deutschen Filmnetzwerkes namens ŁUŽYCAFILM, veranstaltet von der Stiftung für das sorbische Volk in Kooperation mit dem Filmverband Sachsen sowie in Zusammenarbeit mit dem Neiße Filmfestival, immer abwechselnd in Cottbus und im Begegnungszentrum Großhennersdorf. Am 15. und 16. Mai findet das zehnte Treffen mit dem Ziel statt, einerseits die Lausitzer Filmschaffenden in Sachsen und Brandenburg stärker zu vernetzen und andererseits die regionale Branche weiter zu professionalisieren und sichtbarer zu machen.

Sylke Laubenstein-Polenz, als Referentin bei der Stiftung für das sorbische Volk und gleichzeitig Sprecherin des deutsch-sorbischen Netzwerkes Lausitzer Filmschaffender, freut sich auf die Höhepunkte: „Im Mittelpunkt der Workshops stehen – neben der Entwicklung von Strategien zum Netzwerk selbst – die Reflexion über angedachte und sich in der Realisierung befindliche Projekte sorbischer und Lausitzer FilmemacherInnen.“

So wird Ingelore König, Produzentin und Geschäftsführerin der Kinderfilm GmbH, am realen Beispiel erläutern, worauf die Netzwerktätigen in den verschiedenen Phasen einer Filmproduktion achten müssen. Auch kann man, zum Beispiel mit fachlichem Rat von Dramaturgin und Regisseurin Dr. Grit Lemke, eigene Kurz-, Spiel- und Dokumentarfilmprojekte als Vorbereitung für ein Profipitching vor Produzenten, Regisseuren und Geldgebern vorstellen, wobei man diese Projekte bis zum 1. Mai samt Stand der Dinge anmelden sollte.

Über den gewissen Vorbehalt, den die gesamte Kulturszene just teilt, gibt Michael Lippold Auskunft: „Im Moment, also zwei Monate vorher, lässt sich die Situation natürlich schwer einschätzen. Was wir sagen können, ist folgendes: Wir prüfen aktuell alle Voraussetzungen für die Durchführung des diesjährigen Neiße Filmfestivals. Im Moment gehen wir davon aus, dass das Festival stattfinden kann. Alle Vorbereitungen laufen weiter wie geplant.“

Zugleich beobachte man natürlich stets und intensiv die weiteren Entwicklungen und sei im Austausch mit den zuständigen Behörden und den Partnern in Deutschland, Polen und Tschechien. Für den Fall, dass es bis Mai wider Erwarten zu einer Absage des Festivals oder Einschränkungen kommen sollte, werde man umgehend darüber informieren.

Denn die Lage ist im Dreiländereck nach der Grenzschließung durch Tschechien und Polen, also ganz ohne „kleinen Grenzverkehr“ ja noch wesentlich prekärer als in Cottbus, Bautzen oder Dresden. Nicht nur kulturell. Und spätestens im November beim Cottbuser Filmfest, wo der fünfte Geburtstag des Netzwerks gefeiert wird, gibt es dann das nächste Gruppenfoto.

Andreas Herrmann

 Netzinfos: www.neissefilmfestival.de

 Anmeldung fürs Netzwerktreffen: info@luzyca-film.de

 

 

Teilen.

Hinterlasse eine Antwort