Das Klimagesetz der Regierung besagt, die deutsche Wirtschaft solle spätestens 2050 klimaneutral sein – ein ehrgeiziges Ziel, denn gerade für die Schwerindustrie ist es schwierig, klimafeindliche CO2-Emissionen zu reduzieren. Dabei soll nun ein neues Bundesinstitut helfen: Am 8. Oktober eröffneten Bundesumweltministerin Svenja Schulze, Wirtschaftsminister Steinbach und Oberbürgermeister Kelch in Cottbus das Kompetenzzentrum für Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI).

Wie kann so ein Kompetenzzentrum helfen, klimaschädliche Emissionen zu verringern?

Svenja Schulze (SPD) erklärt: „Das KEI hat zwei Funktionen: Wir sind hier zum einen eine Ideenschmiede. Und zwar nicht nur für eine Branche, sondern für alle Branchen, die energieintensiv sind.“ Das KEI werde der Industrie mit Rat und Tat zur Seite stehen und auch die Politik beraten.

„Und zweitens“, so Schulze, „setzt es das Förderprogramm ‚Dekarbonisierung in der Industrie‘ um, das im nächsten Jahr starten soll.“ Das KEI wird im Auftrag des Umweltministeriums eine Milliarde Fördereuros verteilen – an energieintensive Unternehmen, die Wege finden, deutlich klimafreundlicher zu produzieren.

Die Bedeutung des Kompetenzzentrums reicht weit über die Lausitz hinaus.

„Von der Arbeit des Zentrums profitieren wir in ganz Deutschland.“, meint Schulze. „Wir können hier an das Know-how anknüpfen, das es in der Region, das es an der Hochschule gibt.“

Noch bevor die Farbe an den Wänden getrocknet ist, haben die Leiter schon einen Kooperationsvertrag mit der BTU Cottbus-Senftenberg geschlossen. Zusammenarbeiten wird das Zentrum auch mit dem DLR-Institut für Dekarbonisierungsprozesse und dem Fraunhofer-Institut.

Minister Jörg Steinbach konstatiert: „Wenn man sich diese Bündelung von Expertise vorstellt, dann wird […] deutlich, was für eine Mächtigkeit dahinter ist, die tatsächlich eine Strahlkraft weit über die Region hinaus haben wird; eine Wirkung auf die ganze Bundesrepublik.“ Die werde wiederum die Strukturentwicklung in der Lausitz fördern.

Und Svenja Schulze betont: „Die Lausitz hat die Chance, Vorreiter bei der Entwicklung einer treibhausgasneutralen Industrie zu werden.“

Jasper Backer

 

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