Rubrik: Editorial

Ganz plötzlich ist in Cottbus etwas eingetreten, womit niemand gerechnet hat. Vor ein paar Jahren war man zutiefst überzeugt, dass die Einwohnerzahl schrumpfen wird. Irgendwo bei 80.000 sollte sich das einpendeln. Massiv wurden Wohnungen vom „Markt genommen“. Jeder weiß, das waren nicht die besten, eher Wohnsilos mit Häusern drumrum. Jetzt tritt also das Gegenteil von Schrumpfung ein: Die Einwohnerzahl wird wachsen. Es kommt durch die Unterstützung von Bund und Land im Rahmen der Strukturentwicklung eine Klientel in die Stadt, das gut verdienen wird und, wenn wir Glück haben, sein Geld auch hierlassen will. Rund 1.800 Arbeitsstellen sollen es allein durch…

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Einst, vor vielen vielen Jahren, als die Erde noch flach und Corona ein Bier war, begab es sich, dass im Februar die winterlichen Geister durch allerlei Gepflogenheiten aus Stadt und Land getrieben wurden. Man verkleidete sich und zog mit lautem Gedöns durch die Straßen oder über Felder und Wiesen. Später stellte man mannshohe Lautsprecher und allerhand Personen auf Anhänger und zog diese mit Treckern und Lastwagen durch die Orte. Die Musik tat ihr Übriges, um die Geister zu vertreiben. Fernsehsender berichteten von diesen, inzwischen Umzüge genannten, Umzügen. Stunden, tage-, ja wochenlang saßen die Menschen außerdem in Sitzungen zusammen und tätä-ten…

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Neulich war ich wütend, einfach so. Ich hatte mir ein neues SSD-Speichergerät gekauft, mit dem ich Daten von einem Rechner zum anderen schaffen kann. Seine Vorgänger habe ich immer tagelang am USB-Eingang meines Rechners angeschlossen gelassen, bis die Dinge erledigt waren, die zu erledigen waren. Das neue Gerät, nicht gerade ein Billigheimer, schaltete sich nach 4 Minuten aus und war danach im Dateisystem nicht mehr wiederzufinden. Einfach so. Einfach ausgeschaltet. Echt blöd. Kein Hinweis, nirgends, warum. Schließlich teilte mir die Firma, von der ich es gekauft habe mit, dass Windows 10 das macht. Ihre Geräte seien Plug&Play (dt.: reinstecken und…

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Wie stellt ihr euch das Jahr 2000 vor? Malt ein Bild zu diesem Thema, war in der 2. Klasse eine Aufgabe im Fach Zeichnen. 1976 schien das Jahr so weit weg, dass die meisten Kinder in meiner Klasse Autos durch Flugobjekte ersetzten oder Gondeln an Einbahnschienen mit hohen Masten hängten, die über Städte mit sehr hohen Hochhäusern dahinrasen. Menschen konnten wir damals weniger gut zeichnen, die kamen in den Bildern auch eher selten vor. Wer das Jahr 2000 erlebt hat, weiß, dass alles anders kam und wir völlig andere Probleme hatten: Unter anderem den Millennium-Bug, der Schlag Null Uhr 1.…

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Die Antwort auf alle unsere Fragen im November ist: 72. Wenn Sie bis zur letzten Seite blättern, werden Sie die Richtigkeit der Ziehung bestätigen können. Mit 72 Seiten, da fängt das Leben an, mit 72 Seiten, da hat man Spaß daran, sang einst ein ganz ein Großer zuerst für sich, seinen Bademantel, sein Klavier und dann für uns. Und warum? Weil wir jedes Jahr, am 1. November, eine schöne Scheibe Erledigtes in den Kessel Buntes werfen und das dann mit vielen Seiten feiern. Mit Freude, übrigens. Und dieses Jahr schon zum 24. Mal. Ein guter Grund, sich bei Ihnen zu…

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Neulich auf dem Radweg gleich hinterm Großen Spreewehr Richtung Cottbus-Sielow, ich drehte meine abendliche Runde, ging völlig unvermutet die Disko an. Man konnte es nur hören, mitten auf der Wiese musste jemand eine Musikanlage aufgebaut haben, um mehrere tausend Leute zu unterhalten. Ich hatte auch ein bisschen Hunger und dachte: Schön, ein Volksfest! Ich roch innerlich schon den Grill und schmeckte die Bratwurst, das Steak und ploppte ein alkoholfreies Hefeweizen ins Glas – ich wollte ja meine Fahrradrunde auch noch bis zum Ende miterleben und nicht nur im Delirium auf den Wegen rumeiern. Es kam aber kein Grill, kein Volksfest,…

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Der Sommer ist vorüber. Von mir aus hätte er gern noch etwas bleiben können. Seit 1. September ist kalendarischer Herbst. Das klingt schon so wie kalte, glitschige Schlieren auf der Straße, mit angefeuchteten Blättern auf Gehwegen und in Parks, die von Bäumen fallen, die sich mal langsamer mal schneller entlauben. Wind pfeift um die Häuser und dringt durch alle Ritzen. Die Heizungen brummen wieder. Tage bleiben dunkel. Eine Zeitlang hatte ich die Hoffnung, dass der Klimawandel wirklich kommt und es bei uns wärmer wird. Das merken anscheinend aber nur die Insekten, die fremdartig über uns hereinfallen und nichts anders im…

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Liebe Leser*innen, es ist eine ganz besondere Ehre, mich mit den Eingangsworten dieser Ausgabe des „hermann“ an Euch richten zu dürfen. Zuallererst möchte ich die mir anvertrauten Zeilen dafür nutzen, um noch einmal DANKE zu sagen. Ich möchte Euch meinen größten Respekt aussprechen. Meinen Respekt dafür, was Ihr in den zurückliegenden Wochen und Monaten geleistet habt, um gemeinsam mit uns, unseren FC Energie durch diese Pandemie zu manövrieren und die zuletzt wenig sportliche Entscheidung in der Liga wegzustecken. Ihr wart bereit „Antikörper“ zu kaufen, habt auf die Erstattung von Dauerkarten verzichtet, gespendet und uns viel Zuspruch gegeben. Ich möchte Euch…

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Längsstreifen am Empfangsgebäude des Cottbuser Bahnhofs hinterließen jüngst mächtige Spuren im Zeitungsdschungel, sie sollten ein verstecktes Zeichen auf den Klimawandel sein. Dabei war es nur eine Reminiszenz an das Aussehen des alten Bahnhofs, sagt einer der Künstler von Strauss und Hillegaart. Obwohl die Meldung nicht aus der Luft gegriffener zu sein schien, können solche Infos nicht oft genug medial auftauchen – einfach, um Cottbus mal aus einer anderen Perspektive zu zeigen. Wären die vermeldenden Kollegen auch nur ein paar Meter weitergegangen, hätten vielleicht sogar den neuen Bahnhofstunnel durchschritten, dann hätte es passieren können, dass sie die Landung von Außerirdischen zu…

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Egal wie, der Spargel ist auch in der Lausitz an den Verkaufsständen angekommen. Unfassbar eigentlich. Nach den Schwierigkeiten mit den Erntehelfern, den merkwürdigen Witterungsverhältnissen und Covid19. Und obwohl weißer Spargel den Nährwert einer länger nicht gespülten Suppentasse hat, unangenehme Gerüche verbreitet und mitnichten die Nieren reinigt, ist er bis 26. Juni neben Erdbeeren das Essen der Stunde. Trotz des vernachlässigbaren Nährwerts: Wenn man ein Tässchen zerlassene Butter mit leicht angerösteten Semmelbröseln – natürlich biologisch einwandfrei erzeugt – darüber kippt oder ihn mit frischen Schinken umwickelt, dann nehme ich auch gern ein Stängchen mehr. Wäre da nur nicht die Schälerei. Stundenlang…

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