Rubrik: Editorial

Auf der jüngsten Hauptausschusssitzung der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung erzählte der Oberbürgermeister von den sechs Impfstraßen am Impfstand, der neulich eröffnet wurde. Einladungen wurden verschickt und Leute kamen. Die Anzahl der vorhandenen Impfdosen: 170. Nach einer Stunde war alles verimpft. Alle anderen mussten wieder nach Hause geschickt werden. Unfassbar! Bis zu 900 Personen könnten in den Cottbuser Impfzentren pro Tag geimpft werden. Gemeinsam mit den Hausärzten wäre es möglich, in Cottbus bis zu 10.000 Leute an einem Tag zu impfen. Der Spuk könnte also für unser Spreeathen binnen zehn Tagen vorbei sein. Mit selbstgewählten Ausnahmen, selbstverständlich. Hätte, wäre, könnte. Was fehlt, macht…

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Neulich hat ein Gastwirt in seinem Biergarten an einem Sonntag einen Bier-Ausschank ToGo eröffnet. Leute kamen vorbei, nicht in Scharen, aber in – für das Bierausschank-Geschäft – durchaus erfreulicher Anzahl und kauften Getränke aller Art. Obwohl er die Gäste immerfort freundlich belehrte, sich doch bitte nicht in den (privaten) Biergarten hinein-, sondern sich fortzubewegen, ließen es sich doch der eine und andere nicht nehmen und setzten sich, in gehörigem Abstand und einem „wird schon nicht so schlimm sein“-Gedanken im Kopf, nieder. Nach 1,5 Stunden des entspannten Auseinandersetzens erschien die Ordnungsmacht mit sechs Personen, bereitete dem „Spuk“ ein Ende. Die Menschen…

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Der Rest wird sich ergeben Als HSP eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Kolumnisten verwandelt. Nicht genau so, aber einen klassischen Einstieg habe ich mir schon gewünscht. Für die heutige Zeiten recht untypisch, wurde ich auf offener Straße mit einer Kolumnen-Offerte beglückt, die ich zunächst mit einem geschmeidigen Nicken annahm. Erst später simste die eine Synapse zur andern: Will und/oder kann er das eigentlich? Mich an einen Tisch setzen mit Henryk M. Broder, Max Goldt, Harald Martenstein, Harry Rowohlt und Rezo. Immerhin: Das Beste aus aller Welt ist schon reserviert und…

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Die Stadt muss endlich handeln, das geht nicht mehr so weiter.; die Stadtverordneten müssen mehr Druck machen; es kann nicht sein, dass hier alles kaputt geht; die Gewerbetreibenden, Gaststätten, Eventlocations, Klamottenläden und alle anderen müssen sich ihrer angesammelten Probleme Luft machen können und von Verantwortlichen wahrgenommen werden, hört man derzeit an jeder Ecke. Problem dabei: Die Stadt (und ihre Verwaltung) kann gar nichts anderes machen, als die von der Bundesregierung festgelegten Verordnungen durchzusetzen. Die parlamentarische Gewalt ist derzeit ausgesetzt. Die Stadtverordneten schauen den Verwaltungen zu, wie sie durchregieren. Das „Wie“ ist derzeit die eigentliche, grundsätzliche Frage. Wie (sic!) bekommt das…

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Ganz plötzlich ist in Cottbus etwas eingetreten, womit niemand gerechnet hat. Vor ein paar Jahren war man zutiefst überzeugt, dass die Einwohnerzahl schrumpfen wird. Irgendwo bei 80.000 sollte sich das einpendeln. Massiv wurden Wohnungen vom „Markt genommen“. Jeder weiß, das waren nicht die besten, eher Wohnsilos mit Häusern drumrum. Jetzt tritt also das Gegenteil von Schrumpfung ein: Die Einwohnerzahl wird wachsen. Es kommt durch die Unterstützung von Bund und Land im Rahmen der Strukturentwicklung eine Klientel in die Stadt, das gut verdienen wird und, wenn wir Glück haben, sein Geld auch hierlassen will. Rund 1.800 Arbeitsstellen sollen es allein durch…

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Einst, vor vielen vielen Jahren, als die Erde noch flach und Corona ein Bier war, begab es sich, dass im Februar die winterlichen Geister durch allerlei Gepflogenheiten aus Stadt und Land getrieben wurden. Man verkleidete sich und zog mit lautem Gedöns durch die Straßen oder über Felder und Wiesen. Später stellte man mannshohe Lautsprecher und allerhand Personen auf Anhänger und zog diese mit Treckern und Lastwagen durch die Orte. Die Musik tat ihr Übriges, um die Geister zu vertreiben. Fernsehsender berichteten von diesen, inzwischen Umzüge genannten, Umzügen. Stunden, tage-, ja wochenlang saßen die Menschen außerdem in Sitzungen zusammen und tätä-ten…

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Neulich war ich wütend, einfach so. Ich hatte mir ein neues SSD-Speichergerät gekauft, mit dem ich Daten von einem Rechner zum anderen schaffen kann. Seine Vorgänger habe ich immer tagelang am USB-Eingang meines Rechners angeschlossen gelassen, bis die Dinge erledigt waren, die zu erledigen waren. Das neue Gerät, nicht gerade ein Billigheimer, schaltete sich nach 4 Minuten aus und war danach im Dateisystem nicht mehr wiederzufinden. Einfach so. Einfach ausgeschaltet. Echt blöd. Kein Hinweis, nirgends, warum. Schließlich teilte mir die Firma, von der ich es gekauft habe mit, dass Windows 10 das macht. Ihre Geräte seien Plug&Play (dt.: reinstecken und…

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Wie stellt ihr euch das Jahr 2000 vor? Malt ein Bild zu diesem Thema, war in der 2. Klasse eine Aufgabe im Fach Zeichnen. 1976 schien das Jahr so weit weg, dass die meisten Kinder in meiner Klasse Autos durch Flugobjekte ersetzten oder Gondeln an Einbahnschienen mit hohen Masten hängten, die über Städte mit sehr hohen Hochhäusern dahinrasen. Menschen konnten wir damals weniger gut zeichnen, die kamen in den Bildern auch eher selten vor. Wer das Jahr 2000 erlebt hat, weiß, dass alles anders kam und wir völlig andere Probleme hatten: Unter anderem den Millennium-Bug, der Schlag Null Uhr 1.…

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Die Antwort auf alle unsere Fragen im November ist: 72. Wenn Sie bis zur letzten Seite blättern, werden Sie die Richtigkeit der Ziehung bestätigen können. Mit 72 Seiten, da fängt das Leben an, mit 72 Seiten, da hat man Spaß daran, sang einst ein ganz ein Großer zuerst für sich, seinen Bademantel, sein Klavier und dann für uns. Und warum? Weil wir jedes Jahr, am 1. November, eine schöne Scheibe Erledigtes in den Kessel Buntes werfen und das dann mit vielen Seiten feiern. Mit Freude, übrigens. Und dieses Jahr schon zum 24. Mal. Ein guter Grund, sich bei Ihnen zu…

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Neulich auf dem Radweg gleich hinterm Großen Spreewehr Richtung Cottbus-Sielow, ich drehte meine abendliche Runde, ging völlig unvermutet die Disko an. Man konnte es nur hören, mitten auf der Wiese musste jemand eine Musikanlage aufgebaut haben, um mehrere tausend Leute zu unterhalten. Ich hatte auch ein bisschen Hunger und dachte: Schön, ein Volksfest! Ich roch innerlich schon den Grill und schmeckte die Bratwurst, das Steak und ploppte ein alkoholfreies Hefeweizen ins Glas – ich wollte ja meine Fahrradrunde auch noch bis zum Ende miterleben und nicht nur im Delirium auf den Wegen rumeiern. Es kam aber kein Grill, kein Volksfest,…

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