Rubrik: Editorial

Demokratie geht eigentlich ganz einfach. Die Mehrheit entscheidet für alle, auch für die Minderheit(en). Gemeinsam wird für alle eine Lösung entschieden. Auch mit Mitteln oder Macht. Auch wenn Minderheit(en) eine andere Meinung haben oder versuchen, sie durchzusetzen. Das kann manchmal auch enden. Im Namen des Volkes unter anderem. Ein Beispiel: In einem Restaurant treffen sich acht Paare, es wird gefeiert, gegessen, getrunken, geredet. Ein schöner Abend. Sieben von den Paaren sind verheiratet. „Wann heiratet ihr eigentlich?“, bricht die Mehrheit ganz dünnes Eis. Quasi geschlossen wendet sie sich dem Paar zu, das plötzlich merkt, es steht ganz allein da, es ist…

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Neuerdings begegnet mir in Überschriften und angeschlossenen Texten wieder häufiger die Schreibweise „Cottbusser“ anstatt „Cottbuser“. Warum „Cottbusser“ eher für das deutsche Sprache gewohnte Ohr zugänglich ist, liegt an der „deutschen Auslautverhärtung“. Endet ein Wort auf „s“ oder „g“, „d“, „w“ werden die eigentlich weichen (stimmhaften) Mitlaute (Konsonanten) zu harten (stimmlosen) „ß“, „k“, „t“, „f“. In anderen Sprachen gibt es das nicht, es ist ein deutsches Phänomen. Deshalb würgen sich die Engländer einen ab, wenn sie „pub“, „food“ oder „dog“ sagen. Ja, es gibt das berüchtigte „Kottbusser Tor“ – das stammt noch aus der Zeit vor der 1. deutschen Rechtschreibreform 1870/71,…

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In der Stadt mit dem Rad unterwegs zu sein spart mich vor allem Geld. Alle Parkplätze in der Innenstadt werden von der Stadt bewirtschaftet. Es gibt keinen einzigen, der nicht zu bezahlen ist. Egal, wo ich das Auto, wenn ich es mal nutze, hinstelle, am Ende habe ich einen Zettel dran mit Summen, die ich mir nicht mehr erklären kann. 55 Euro, wenn man auf dem Bürgersteig steht, zum Beispiel. Wobei ich des Öfteren Zweifel daran habe, ob das noch ein Bürgersteig ist. Die machen doch nur ihren Job, schreie ich innerlich die Leute an, die doch nur ihren Job…

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Neulich am Glühweinstand. Wir standen drei Meter auseinander, atmeten Aerosole in die kalte Abendluft, der Schnee rieselte leise und machte im Nu aus der dahingefledderten Natur mit ihren kahlen Bäumen und abgeschabten Gehwegen eine Zuckerlandschaft mit Jingle und Bells. Naja der DJ in der Quarkkeulchen-, Bratwurst- und Quarkapfeltinos-Bude spielte irgendwas mit „Extreme“ und „Atemlos durch die Nacht“ – die weihnachtlichen Gassenhauer schlechthin. Er stehe ja eigentlich auf Heavy Metal, sagte er auf Nachfrage, ob man den Sender wechseln könne, schließlich seien nur wir sieben Pappnasen von der „HERMANN-Redaktionsgruppe“ anwesend. Da könne er auch gerne mal „Smog on the Water“ einlegen.…

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Ich mag Zeitungen, Zeitschriften und Magazine. Ich lese die gerne – am liebsten auf bedrucktem Papier, so mit Anfassen beim Blättern, genauso geht es mir übrigens mit Büchern. Wenn die Papierberge zu hoch werden, muss ich zum Papiercontainer und mich ihrer entledigen. Ich nehme dann auch immer die Kartons mit, die mir Leute schicken, um Dinge einzupacken. Inzwischen sind viele dabei, die versuchen, sich ökologisch richtig zu verhalten. Dicke Pappe mit in Papier oder dünner Pappe eingewickelten, ausgestopften Teilen sind drin. Manchmal hört der ökologische Denkvorgang kurz vor der eigentlich zu verschickenden Sache auf, die ist dann häufig in sehr…

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Jedes Jahr im November feiert unser HERMANN seinen Geburtstag. So wie das ganz normale Menschen nun mal tun. Zwar ohne Kaffee und Kuchen, dafür aber mit einer prall gefüllten Sonderausgabe und Lesestoff vom Feinsten. In diesem Jahr ist es ein besonderer Ehrentag: Der HERMANN wird fünfundzwanzig. Ein Viertel Jahrhundert, quasi Silberjubiläum. Was wir in diesem Jahr genauso wenig tun, wie in den vergangenen Geburtstagsausgaben, ist: zurückzuschauen. Wir richten auch dieses Mal den Blick nach vorn und bringen unseren Leser*innen Kunst, Kultur, Veranstaltungen, Wirtschaft, Sport (…) und vieles mehr aus der Lausitz in die Lausitz. Nichtsdestotrotz kann und muss man nach…

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Drei Dinge: Gefühlt alle Feiertage liegen dieses Jahr auf einem Sonntag oder Samstag. Am liebsten, könnte man vermuten, hätten die von der Kalenderwerkstatt auch noch Oster- und Pfingstmontag auf ein Wochenende gelegt – aber das ist populistisch geäußert und lässt sich nicht beweisen. Ich kenne die Leute, die jedes Jahr den Kalender veranstalten, nicht und kann sie deshalb nicht befragen. Würde ich aber gern. Muss das sein?, würde ich die fragen. Was soll ich denn mit meinen 26 Brückentagen anfangen, die ich jedes Jahr für die Tage zwischen den Jahren, Feiertagen und Wochenenden zur Verfügung habe? Dabei ist es doch…

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Liebe Leserinnen und Leser, Sport Frei, liebe Energiefans, wie vor einigen Jahren schon einmal, bekomme ich erneut die Möglichkeit in dieser Ausgabe des „Hermann“ ein paar einleitende und begrüßende Worte an Euch richten zu dürfen. Der „Standardautor“ Heiko Portale hat mir die dafür notwendigen Zeilen wohlwollend zur Verfügung gestellt. Eine schöne Sache, vielen Dank. Eine schöne Sache ist es auch, dass ich nun bereits zum dritten Mal als Trainer unseres FC Energie arbeiten und wie ich es aus tiefster Überzeugung gerne formuliere: „dienen“ darf. Denn unser FC Energie Cottbus ist nicht nur in der Stadt Cottbus, der Lausitz und dem…

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Auf der jüngsten Hauptausschusssitzung der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung erzählte der Oberbürgermeister von den sechs Impfstraßen am Impfstand, der neulich eröffnet wurde. Einladungen wurden verschickt und Leute kamen. Die Anzahl der vorhandenen Impfdosen: 170. Nach einer Stunde war alles verimpft. Alle anderen mussten wieder nach Hause geschickt werden. Unfassbar! Bis zu 900 Personen könnten in den Cottbuser Impfzentren pro Tag geimpft werden. Gemeinsam mit den Hausärzten wäre es möglich, in Cottbus bis zu 10.000 Leute an einem Tag zu impfen. Der Spuk könnte also für unser Spreeathen binnen zehn Tagen vorbei sein. Mit selbstgewählten Ausnahmen, selbstverständlich. Hätte, wäre, könnte. Was fehlt, macht…

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Neulich hat ein Gastwirt in seinem Biergarten an einem Sonntag einen Bier-Ausschank ToGo eröffnet. Leute kamen vorbei, nicht in Scharen, aber in – für das Bierausschank-Geschäft – durchaus erfreulicher Anzahl und kauften Getränke aller Art. Obwohl er die Gäste immerfort freundlich belehrte, sich doch bitte nicht in den (privaten) Biergarten hinein-, sondern sich fortzubewegen, ließen es sich doch der eine und andere nicht nehmen und setzten sich, in gehörigem Abstand und einem „wird schon nicht so schlimm sein“-Gedanken im Kopf, nieder. Nach 1,5 Stunden des entspannten Auseinandersetzens erschien die Ordnungsmacht mit sechs Personen, bereitete dem „Spuk“ ein Ende. Die Menschen…

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