Mechanische Spielfiguren im Reich der Beeskower Musikautomaten

Seit dem 29. November ist es laut auf der Burg Beeskow: Kleine Spielfiguren zum Aufziehen sind die Highlights in einer ungewöhnlichen Weihnachtsausstellung des dortigen Musikmuseums. Sie stammen aus den Fünfzigern bis Siebzigern, wurden von Rosemarie und Götz Weidner aus München zusammengetragen und haben in der Stiftung Judenbach nahe der Spielzeugstadt Sonneberg ein neues Zuhause gefunden. Von ihnen sind rund 100 Modelle nach Beeskow gekommen, um von Kindern und jung gebliebenen Erwachsenen bestaunt zu werden. Der Clou: Die „Baby-Bimbo-Box“, eine Kapelle aus musizierenden Affen, kann ausprobiert werden. Wie die großen Automaten läuft sie zu großer Form auf, sobald die Münze fällt.

Mechanisches Spielzeug offenbart, dass „Selbstbeweger“ nicht zuletzt der Unterhaltung dienen – im Großen wie im Kleinen. Denn der Mensch „ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“ (Friedrich Schiller, 1795). Bereits in der Antike versetzen Automaten die Menschen in Erstaunen. So baut Heron von Alexandria (gest. nach 62) einen originellen Weihwasserspender, der durch den Einwurf einer Münze ausgelöst wird. Der erste Verkaufsautomat der Welt!

Im 19. Jahrhundert wird derart beliebt, dass die zahlreichen Anbieter immer wieder neue Modelle kreieren müssen, um up to date zu sein. In der Ausstellung „Zieh mich auf!“, die nun den ganzen Winter über im Musikmuseum auf der Burg Beeskow zu sehen ist, werden einige dieser Hersteller mit ihren nach 1945 entstandenen Modellen vorgestellt.

Noch ist mechanisches Spielzeug nicht ganz aus der Mode – in der Ausstellung kann mit einigen Modelle aus heutiger Produktion gespielt werden – Museum zum Anfassen und Mitspielen, Mittanzen, Mitlachen.

SK

 

Ausstellung:
Zieh mich auf!, Burg Beeskow, bis  9. Februar 2020
Öffnungszeiten: Di-So 11-17 Uhr
Burg Beeskow, Frankfurter Str. 23,Beeskow
Tel: 03366/352727

                      

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