Rubrik: herum

Kurz erscheint die Europa-Union als verseuchte Geschichte. Doch die Stadt Görlitz braucht ihre Polen – und den kleinen Grenzverkehr. Plötzlich alles dicht. Am 12. März schlossen die Tschechen die Grenzen, in der Nacht zum 15. März, also von Sonnabend zu Sonntag, dann die Polen. Obwohl (oder weil?) sie noch genug Toilettenpapier in ihren riesigen, ziemlich leeren Supermärkten hatten. Die Oder-Neiße-Friedengrenze war plötzlich fast so undurchlässig wie einst zu Solidarność-Zeiten, bis zu 60 Kilometer ward die Schlange der polnischen Sattelschlepper, die den deutschen Konzernen bis dato teure Lagerhaltung oder deutsche Spediteure ersparten, auf den Autobahnen lang, weil der Fiebertest und der…

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Auf der Reise zu einer Dystopie ohne Premiere: „Endland“ am Zittauer Hauptmann-Theater Noch bis Samstagmorgen, kurz nach Elfe, waren sie Sachsens inoffizielle Kulturhelden: Dann traf auch sie der Bannstrahl der freistaatlich verfügten Absagen: die beiden Häuser des Gerhart-Hauptmann-Theaters. Dabei stand, neben – neben einer urst vollen „Tosca“ in Görlitz – in Zittau am 14. Märzabend vielleicht das spannendste Werk, geschaffen im größten Netzwerk, an: „Endland“ eine Dystopie nach dem Roman von Martin Schäuble – geboten in neuer Fassung vom hauseigenen Theaterjugendclub. Kurz zur heiklen Vorgeschichte: Der 12. März 2020, genau 12.12 Uhr, markiert den Anfang vom kursächsischen wie lausitzerischen Kulturkotau…

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Das große hermann-Interview mit den Initiatoren und Eigentümern, Beate und Georg Hoffmann Seit 2015 entwickelt sich das Areal der Beelitzer Heilstätten zu einem der spannendsten, touristischen Ziele in Brandenburg. Hauptattraktion und Motor der Entwicklung ist der Baumkronenpfad, der sich über die größte Weltkriegsruine Brandenburgs windet und dieses einzigartige Relikt der Vergangenheit, mit seinem Dachwald, barrierefrei erlebbar macht. Vom zugehörigen Aussichtsturm kann man, in 40 Metern Höhe, bis weit in den Hohen Fläming, aber auch nach Potsdam und Berlin sehen. Bei gutem Wetter erkennen Besucher selbst die Spitze des Fernsehturms am Alexanderplatz. In diesem Sommer wird der Pfad baulich erweitert. Initiatoren…

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Das 17. Neiße Filmfestival will nun Ende September das Dreiländereck erleuchten Im Epizentrum wird nicht mehr viral gebibbert, sondern gut gelaunt gehofft: Im Kunstbauerkino Großhennersdorf, dem kleinsten Duoplex der Republik, wartet vom 24. bis 27. September die 17. Auflage vom „Neiße Filmfestival“. Eigentlich sollte das ja (wie im April-Hermann verkündet) schon am 12. Mai starten und das Beste aus mehr als 600 eingesandten Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme zeigen. Nun wartet – je nach Entwicklung – eine abgespeckte Variante. Doch aufgepasst: Eine Besonderheit startet fast wie geplant: Das Netzwerktreffen des sorbisch-deutschen Filmnetzwerkes namens ŁUŽYCAFILM, veranstaltet von der Stiftung für das sorbische…

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Das Sorbische National-Ensemble lebt den Strukturwandel mit Klimaschutz plus Tradition verwegen aus und geht neue Wege Elster und Rabe sind bekanntlich jenes sorbische Traumpaar, welchem alljährlich in der Nacht vor dem 25. Januar per Vogelhochzeit als Brauch zu huldigen ist. Das Sorbische National-Ensemble, angetreten mit dem hehren Anspruch, die Kultur der beiden über verschiedene Wege in die Lausitz eingewanderten Volksstämme der Ober- wie Niedersorben vor allem per Pflege von Sprache, Kunst und Bräuchen zu erhalten, stemmt zu diesem Ereignis jeweils zwei große Produktionen: eine Kinder- und eine Abendvogelhochzeit, jeweils mit ausgewieftem Tourneeplan. Das prägt eigentlich die ganze Spielzeit und trug…

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Ein Rückblick. Bis zum 1. März ging die Sonderausstellung „Sorbian Street Style“ des Sorbischen Museums in Bautzen. Aufhänger für diese Ausstellung war der gleichnamige Wettbewerb, den das Museum, in Kooperation mit der Volksbank Bautzen und dem Sächsischen Zentrum für Kultur-und Kreativwirtschaft, 2019 ins Leben gerufen hatten. 14 junge Designer und Designerinnen sahen sich der Aufgabe gegenübergestellt, sorbische Trachten in alltagstaugliche Mode zu verwandeln. Die Kreationen können sich sehen lassen! Es entstanden außergewöhnliche Kleidungsstücke mit unterschiedlichen Komponenten der sorbischen Regionaltrachten und der Lausitzer Volkskunst. Die traditionelle Münzschnur wird zum modischen Accessoire, Schürzen werden zu Miniröcken. Elemente, wie Perlen, Bänder, Tüll- und…

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Die zweite „Winterbühne im Schloss“ lockt mit Gastspielen enterbte Künstler gen Bad Muskau Dresdentypische Ignoranz führte eins zur Aberkennung des Welterbetitels – für eine Brücke am falschen Standort mit altertümlichen Bügeleisendesign an der breitesten wie schönsten Stelle des innerstädtischen Elbtales. Dieses, dass weiß man in Cottbus dank der „Heritage Studies“ an der BTU ziemlich gut, hatte zuvor die Unesco für würdig genug befunden – und zwar für Kultur- wie Naturerbe, aber nur bei ungestörtem Fluss- statt Verkehrsablauf. Dies war Stadt wie Land ziemlich egal, so wurde nach langer Diskussion im Namen der Welt wieder enterbt. Im gleichen Jahr wie Dresden…

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Der Eastclub in Bischofswerda feierte 25. Geburtstag – wie immer gemeinsam mit Jesus und einsamen Herzen Der Schiebocker Eastclub feiert alle Jahre wieder Weihnachten. Und: Geburtstag. Gleichzeitig. Diesmal war es just der 25. – und dabei ward es nicht nur voll, sondern international musikalisch, denn die Kiewer Hypotunez, bekannt dank der seltsamen Song-Europameisterschaft, machten einen netten Abstecher in die Lausitz – und bliesen dem Heiligen Abend, direkt unterm Baum und einem roten Weihnachtsstern, bis weit nach Mitternacht mit eigenwilligem, schrägen Speedfolk das Lametta von den Ohren. Im dreistöckigen Haus, wo oben in der Bar die kompakte Tekknojugend houste, während sich…

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Die Waldeisenbahn Muskau feiert ihren 125. Geburtstag Die Reise beginnt in der Teichstraße im Oberlausitzer Städtchen Weißwasser. In der Ferne ertönt ein rhythmisches Klackern, Zischen und Pfeifen. Es wird lauter und am Himmel bildet sich eine dichte Wolke aus Wasserdampf. Ein lautes Quietschen durchdringt den beschaulichen kleinen Bahnhof. Langsam kommt die Dampfl†ok der Baureihe 99 mit der Betriebsnummer 3312 zum Stehen. Sie wird auch liebevoll Diana genannt. Die alte Lady durchquert schon seit 1912 das Lausitzer Umland. „Alles Einsteigen bitte“. Die umstehenden Menschen strömen freudestrahlend zu den verschiedenen Wagen der 600 mm Schmalspurbahn. Manche nehmen in den off—enen Waggons…

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Ein Besuch des Baumkronenpfades in Beelitz Vor über 100 Jahren entstanden die heute berühmten Beelitzer Heilstätten. Hier sollte sich einst die Arbeiterschaft der nahen Reichshauptstadt, umgeben von hochwertiger Architektur und inmitten von großzügigen Waldparkanlagen, von der damals grassierenden Tuberkulose erholen. Wie groß der Bedarf an Behandlung einst war lässt sich ermessen, wenn man weiß, dass die Anlagen circa 60 Gebäude auf rund 200 Hektar Fläche umfassten. Umstanden von Kiefernwäldern gleicht das historische Heilstätten-Areal von oben einem bunt funkelnden Mosaik – gerahmt von dunkelgrünem Samt. Heute noch finden sich rund 65 verschiedene Baum- & Gehölzarten in einer der flächenmäßig größten Waldparkanlagen…

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