Musiker Chris Nickusch alias LONG stellt sein Debütalbum vor

LONG – der Name ist neu am Cottbuser-Raphimmel. Genau genommen macht LONG alias Chris Nickusch erst seit 2013 Musik und hat bereits im Juli 2019 sein fast gleichnamiges Debütalbum „Longsplay“ veröffentlicht. Auf dem Album beschreibt sich der gebürtige Cottbuser mit dem Track „Who the fuck is LONG!“ als „der kleinste der Kleinen, das feinste vom Feinen“. Begegnet man dem jungen Rapper, stellt man fest, dass sein Spitzname gewissermaßen im Kontrast zu seiner Körpergröße steht. Zu seinem Spitznamen gekommen ist Chris durch die Begegnung mit seinem zwei-Meter großen Kumpel, der Chris mal scherzhaft so genannt hat. Aber, dass wahre Größe nichts mit Körpergröße zu tun hat, ist so gut wie bekannt und wer weiß, vielleicht hat das auch nur zu bedeuten, dass Chris seine Musik für Größeres gemacht ist. Für die Produktion des Albums hat LONG zwei Jahre Zeit benötigt. Finanziert hat er sein Projekt aus eigener Tasche. So ist ein Gesamtwerk mit 19 Tracks entstanden, das leicht arrangierte Rapschemen mit einer facettenreichen Klangwelt untermalt. Kaum zu glauben, dass dies erst der Anfang ist.

Chris hat spät mit dem Rappen angefangen. Inspiriert von Kool Savas und Aggro Berlin haben sich er und sein Kumpel anfänglich provisorisch gebattelt. Witzige Texte sind entstanden. Bis aus der Freude daran mehr werden sollte. Mit dem Batteln fing sozusagen alles an. Doch Battle-Rap wie ihn Kool Savas ablässt, kann Chris in seinem eigenen musikalischen Schaffen nicht so viel abgewinnen, das hört man inhaltlich auch seinem Album an. Im Laufe seines Schaffens hat er seinen eigenen Stil entwickelt. Genauer den „Longstyle“, der als Track und zur Erklärung für Neugierige auch auf seinem Album wiederzufinden ist. Die einen oder anderen Cottbuser kennen Chris vielleicht längst aus dem Netz. Sein Kumpel „D-Eloquent“ hat den Rapper zum neuen Album und auch damals schon bei der Video- und Musikproduktion zu dem Song „Wir sind Cottbuser, wir sind Profis“ für seinen Lieblingsverein FC Energie Cottbus unterstützt.


FOTO: Albumcover LONG-Longsplay ©Chris Nickusch

LONG verbindet in seinen Liedern moderne Beats mit instrumentalen Häppchen wie Trompete und Co. Das Gesamtwerk vereint sich klanglich zu einem facettenreichen Ganzen und lässt keine Langeweile aufkommen. Inhaltlich sieht sich LONG als Mutmacher in schweren Zeiten. Seine Texte sind vorwiegend positiv behaftet. Denn Chris ist Optimist. Ein Optimist, der seine Zuhörer auf emphatisch-einfühlsame Weise einlädt und sie zu einem Bestandteil seiner Gedankenwelt werden lässt. Immer wieder fordert er seine Mitmenschen auf oder ermutigt sie: „Du kannst ein Teil von Allem sein, wenn Du an Dich glaubst!“ oder „Dieser Welt fehlen Farben, gelb ebnet Narben. Schenk der Welt deine Gaben.“, ein Teil des Refrains vom Lied, das von der Moderatorin Helena Klamt begeleitet wird.

Und beim Hören entdeckt man mit dem Song Tagträumer ein Lied, das womöglich auch seiner Heimatstadt Cottbus gewidmet ist. Zumindest singt LONG davon, dass es nicht wirklich eine Rolle spielt, wo man lebt, denn glücklich kann man überall werden. Es hängt eher von der Einstellung ab und dem Wissen darüber, dass das Leben nicht immer gleichförmig verläuft. So banal diese inhaltliche Beschreibung auch klingt: Irgendwie streichelt es doch ein bisschen die Seele. Und vermutlich auch die seiner Zuhörer.

Neben all der Leichtigkeit bleibt LONG dennoch realistisch. Seine Songs zehren mitunter aus den Erfahrungen einer unglücklichen Liebe oder seiner bereichernden Reise nach Australien, die dem angehenden Rapper als berufliche Auszeit diente. „Jeder Atemzug“ ist ein Stück im Album, das von Ausdauer, Disziplin und Zuversicht handelt. Ob sich die harte Arbeit zum Album gelohnt hat, steht bisher noch aus. „Ich bin ja noch unbekannt. Der Aufbau einer Fangemeinde ist das schönste Geschenk, das man mir machen kann.“ sagt er fast bescheiden. Das ist wohl der Grund, warum man das Album vorerst kostenlos bei Radio Cottbus oder auf Streaming-Diensten erwerben kann. „Dankeschön“ ist der vorletzte Song auf seinem Album. Chris widmet sein Dankeschön all seinen Unterstützern, auch denen in seinem Privatleben und erinnert damit an den „gegenseitigen Respekt in der Gesellschaft“. Ein spätsommerliches Werk eines jungen Cottbuser-Künstlers, das man sich mal zugute führen kann.

Carolin Bloch

 

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