Kleines Resümee des Literaturfestivals „#MUTAUSBRUCH” in Meinungen und Textstellen

 Vom 20. bis 24. Mai 2019 fand im Cottbuser Glad-House das 1. Literaturfestival „#MUTAUSBRUCH” statt. Gastgeberin war die Literaturwerkstatt. 150 Kinder und Jugendliche widmeten sich in Workshops dem Kreativen Schreiben, ersannen und schrieben Geschichten und erhielten Anleitung und Tipps von erfahrenen Schreibpädagog*innen. Erfahrungen von Ines Göbel, Leiterin der Literaturwerkstatt, und kleine Auszüge aus entstandenen Arbeiten vermitteln einen Einblick.

 Ines Göbel: „Kinder können schreiben. Ja, sie können schreiben.”

Ein Traum*

Violeta geht zweimal in der Woche zum Tanzen. Tanzen ist ihr Hobby. Für manche ist Tanzen nur Tanzen. Aber für sie ist Tanzen nicht nur Tanzen. Tanzen ist ihr Leben.
Sie tanzt mit ihrer besten Freundin Valentina und noch ein paar anderen Mädchen in einer Gruppe. Aber ihr großer Traum ist es, einmal ein Solo zu tanzen. (Isabell Winter)
I.G.: „Es ist richtig, das kreative Schreiben vom Schulunterricht auszukoppeln. Wenn er bewertet wird, beginnt der Mensch, sich zu verbiegen.”

Ein Geheimnis

Ich und dein Vater, wir wollten unbedingt ein Kind. Aber da ich es jahrelang versucht habe und es immer schiefging, kannte ich nur den Weg mit dem Labor. Wir haben am nächsten Tag 1000 Euro dort gezahlt, damit sie ein Baby für uns züchten. Nach ein paar Tagen sagten sie uns Bescheid und dann warst du da, unser Jonathan. Wir zogen dich auf und behielten es als unser Geheimnis, ohne irgendjemandem davon zu erzählen.“ (Hang Nguyen)
I.G.: „Das Wichtige ist das Erzählen. Die Angst vor Orthografie und Grammatik darf die Fantasie nicht ersticken.”

„Hurra, die Urkunden!” Emotionaler Abschluss des Festivals.  Fotos: Ines Göbel

„Hurra, die Urkunden!” Emotionaler Abschluss des Festivals.
Fotos: Ines Göbel

Ein Zauber

„Misch dich einfach nicht ein, dann wird es auch nicht laut. Es war vorher schon laut“, schrien sie. „Hört auf!“, sagte unsere Klassenlehrerin. „Wir klären das jetzt.“ Aber je mehr ich etwas sagte, desto mehr Lügen dachten die beiden anderen sich aus. Ich wusste, dass ich einfach weg von dem Ort wollte. Also teleportierte ich mich weg auf eine wunderschöne Blumenwiese. Ich glaube, ich saß eine ganze Stunde dort, dann teleportierte ich mich plötzlich wieder in die Schule zurück. Es war dort wie verzaubert. Die beiden Schüler entschuldigten sich bei mir, und ich nahm die Entschuldigung an.
(Céline Mucke)

I.G.: „Wer schreibt, sieht die Welt mit anderen Augen, schult seine Wahrnehmung und findet Geschichten.”

Eine Abschiebung

Es klingelte um 4 Uhr früh. Marianas Mama und Papa machten die Tür auf. Da kamen komische Leute rein. Mariana tat so, als ob sie schlafe, aber in Wirklichkeit war sie wach. Die Leute meinten, die Eltern sollten die Kinder wecken und alles einpacken, denn sie würden zurückgeschickt. Alle waren sehr traurig. Sie fuhren zum Flughafen. Mariana und ihre Geschwister bekamen Saft. Sie warteten auf das Flugzeug. Als das Flugzeug kam, gingen sie. Den ganzen Flug über saß Mariana bei den Leuten und redete. Nach dem Flug gingen die Leute weg und Mariana, ihre Mutter und ihre Geschwister wussten nicht, wohin sie gehen sollten. (Latifa Raz)
I.G.: „Das Festival war eine Stätte geistig-literarischen Austausches. So ein Feedback ist nützlicher als Schulnoten, weil es mehr motiviert, weiter zu lernen.”

Ein Gleichnis

Es war einmal ein Regenbogen, der sich eines Tages fragte: „Wo ist der Sinn, wo ist er?“ Der Regenbogen wanderte um die Welt, um den Sinn zu finden. Er wanderte viele Jahre, und er fand den Sinn, als der Kompass erfunden wurde. Der Sinn ist, dass man seinen eigenen Weg geht, doch man sollte sich immer an irgendetwas orientieren. (Hermine Jähne)
I.G.: „So ein Event braucht zuverlässige Sponsoren, Partner und weitere Menschen, die sich für Kultur und Kreativität einsetzen. Wir hatten sie.”

 Klaus Wilke

 

* Überschriften von der Redaktion

 

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