Wenn es um Groß-Veranstaltungen in Forst geht, ist bislang ausschließlich vom Rosengartenfest oder den Sport- und Kulturevents auf der Radrennbahn die Rede. Anfang September kommt nun aber eine Veranstaltung hinzu, die mit Sicherheit eben so viel Aufsehen und Unterhaltung bieten dürfte. Findet doch am 7. September das „Steamrose Zeitreise Festival“ statt. Ideengeber und Cheforganisatoren sind Chris und Dirk Ruhbach, die mit ihrer Gruppe „Ravenchild“ schon viele Veranstaltungen bereichert haben.

Wir sollten zunächst einmal das Thema des Tages definieren …

Chris R.: Die Basis unseres Festivals liegt in der „Steampunk“-Szene, der wir uns zugehörig fühlen. Steampunk, ein Kunstwort aus der englischen Sprache, setzt sich zusammen aus „steam“ zu Deutsch: Dampf und „(to) punk“, im Deutschen würde man wertlos oder kreativ verändern sagen. Unter dieser Überschrift stellen sich Steampunks vor, wie die die Zukunft im viktorianischen Zeitalter wohl sein könnte. Für unser etwas anderes Stadtfest in Forst haben wir den Begriff Steamrose in Anspielung auf die Rosenstadt gewählt.

Wir stellen die Zukunft einer Vergangenheit dar, die es nie gab.

Sicher haben Sie die Veranstaltungs-Idee zunächst den Stadtvätern vorstellen müssen. Wie war die Reaktion auf die bislang eher unbekannte Kultur?

Dirk R.: Kurz und knapp gesagt: Sie war nach einem kurzen Zögern geradezu genial. Weil beispielswiese Frau Huprich aus dem Bereich Stadtentwicklung oder auch die Bürgermeisterin Frau Taubeneck nach Kenntnisnahme des von uns erstellten Konzeptes sehr wohl erkannt haben, dass wir mit dieser neuen Art einer Veranstaltung das Leben der Forster Einwohner deutlich bereichern können und für einen echten Höhepunkt sorgen. Finanziert wird das Fest über Sponsoring und Fördermitteln.

Nun aber endlich die Frage nach den Inhalten des Tages. Was bekommen die Forster und deren Gäste zu sehen?

Chris R.: Wir bieten zwischen 10 Uhr und Mitternacht durchweg etwas auf der Bühne neben der Kirche an. Alle Beteiligten werden im wunderbaren und ideenreichen Outfit musizieren, Geschichten erzählen, jede Frage zu unserem Hobby beantworten und mit den Gästen in Kontakt kommen. Die „Krabat-Feuershow“ von uns wird ihre Uraufführung um 21 Uhr erleben. Ab 22 Uhr gibt die Band „Clockwork Dolls“ ein Konzert. Die fünf Musiker kommen exklusiv erstmalig nach Deutschland aus Baltimore im US-Staat Maryland zu unserem Festival, was uns eine große Ehre ist.

Dirk R.: Wir wollen aber auch auf weitere Schauplätze hinweisen, wie den „Forster Hof“ und die Buchhandlung Berger, wo es stets Märchen zu hören und Vorträge zum Bekanntmachen unserer Szene gibt.

Die rund 20 Leute von „Ravenchild“ scheinen mir zu wenig, um diese Vielfalt darzustellen. Wieviel Gleichgesinnte haben sich zur Forster Präsentation dieser Kultur angemeldet?

Dirk R.: Es gibt in der Niederlausitz wohl um die 80, deutschlandweit vielleicht 5.000 Steampunker. Davon werden sich mehrere hundert Gleichgesinnte bei uns in Forst präsentieren. Eine Sache will ich aber herausheben, weil sie so besonders ist. Am Platanenhain wird es eine echte Steampunk-Hochzeit eines Paares aus Leipzig geben, die sich vorab schon das Ja-Wort in der Kirche gegeben haben. Dies wird garantiert ein optischer Höhepunkt, der mit einigen zusätzlichen Eindrücken dekoriert wird. Wir alle sind sehr gespannt.

Sie haben alljährlich bis zu 80 Auftritte bei den verschiedenen Feiern und Festen. Wie reagieren die Menschen auf die außergewöhnlichen Darstellungen?

Chris R.: Es ist eine Mischung aus Interesse, Neugier und Respekt vor der außergewöhnlichen Gestaltung unserer Kostüme und der mitgeführten Gegenstände. Natürlich wird nicht jeder sofort eintauchen in unsere Szene, die sicher abseits allem heute Üblichen daherkommt. Was schon durch unsere Philosophie verdeutlicht wird, die unser besonderes Tun darstellt. Wir stellen „Die Zukunft einer Vergangenheit dar, die es nie gab“.

Interview: Georg Zielonkowski

 

Steamrose Zeitreise Festival
7. September, 10 – 24 Uhr
Innenstadt Forst (Lausitz)

www.steamrose.de

 

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