Der Punkrock ist bekanntlich immer zur Stelle, wenn es darum geht, die Fahne des deutschen Trinkliedes hochzuhalten. Und auch Samuel Dickmeis alias Männi bekennt sich dazu gern mal, mit Freunden und Fans anzustoßen. Kann also gut sein, dass der Aachener das vielleicht auch nach seinem Konzert am 8. April im Cottbuser  Seitensprung tut. Davor wird er aber erst mal ordentlich Rabatz machen mit Songs aus seinem Debütalbum „Alkohol & Melancholie“, dessen Titelsong aber keineswegs ein klassisches Punkertrinklied ist.

Alkohol-und-MelancholieDarin geht es eine konkrete Schaffensnacht des Musikers, der bisher vor allem als Livedrummer der Antilopengang Bekanntheit erlangte. „Ich kam irgendwie nicht weiter mit der Platte und hatte mir dann zu Hause Musik angemacht und dazu was getrunken. So kam ich in eine melancholische Stimmung, die dazu führte, dass bei mir in dieser Nacht der Knoten platzte und ich plötzlich wusste, wie ich die Platte zu Ende bringen kann. Deshalb stimmt es in diesem Fall, was ich im Refrain singe: Alkohol und Melancholie / immer wieder ein fantastisches Team.“ Manchmal könne Alk ihn eben wirklich locker machen, seine Produktivität, fügt Männi hinzu, befördere er in der Regel jedoch überhaupt nicht. Wenn er im Rahmen von Liveaufnahmen oder -konzerten trinken würde, dann bekäme er nichts mehr hin. Dort könne er sich den Rausch auch nüchtern holen. „Wenn man das Gefühl hat, dass man gerade etwas wirklich Geiles tut wie nachts Jammen oder wenn man die Euphorie bei einem tollen Konzert mit vielen Leuten erlebt, verursacht das auch eine Art Rausch.“

So wie „Alkohol & Melancholie“ keine Saufhymne sei, wie Männi sagt, so ist der Album-Opener „Mentholzigarette“ übrigens weder Huldigungs- noch Anklagelied zum gesellschaftlich inzwischen geächteten Thema Rauchen. Vielmehr ist es ein Erlebnisbericht aus einer Zwischenwelt. „In der Rauchernahrungskette ist der Nichtraucher über alles erhaben, dann kommt der Raucher und ganz unten kommst du als Mentholzigarettenraucher. Als solcher wirst du von allen als Außenseiter betrachtet und selbst von den Rauchern schief angeguckt. Da wollte ich mit meiner Mentholzigarettenhymne doch mal was dagegen setzen.“ Man könnte das Konzert des Punktrios mit Frontmann Männi an der Gitarre also auch unter das Motto „Alkohol & Melancholie & Mentholzigarette“ stellen. Wobei sich der Melancholieanteil an diesem Abend vermutlich in Grenzen halten wird.

Thomas Lietz

Konzert-Tipp
Männi, 8. April im Seitensprung, Cottbus

Einlass ist ab 20 Uhr

Teilen.

Hinterlasse eine Antwort