Im Gespräch mit Björn Fiebig, Student im Bachelor-Studiengang Materialchemie am Standort Senftenberg

Das Gespräch führen wir am heißesten Tag des Jahres. Aber das Wetter ist unwichtig, viel interessanter ist, was Björn Fiebig zu sagen hat. Darum sitzen wir statt am Strand am Campus Senftenberg, trinken eine Schorle aus der Cafeteria und plaudern. Der Campus ist grün und Schattenplätze sind überall zu finden. Die Sitzplätze um uns herum sind gut belegt mit vielen Studierenden, die entweder für die anstehende Prüfung lernen oder nach einer bereits geschriebenen Klausur durchatmen. Björns letzte Prüfung im Fach Thermodynamik ist erst eine halbe Stunde her. Bereits in der Schulzeit war er, wie er selbst sagt, „chemieaffin.“ Nach dem Fachabitur und seiner Ausbildung zum Chemieassistenten hat er sich im Wintersemester 2018/19 für den Studiengang Materialchemie eingeschrieben.

Der Studiengang Materialchemie

In dem zulassungsfreien Studiengang lernt man in sechs Semestern alles über die chemische Zusammensetzung, Charakteristika und Herstellung von Materialien, die uns täglich umgeben. Dieses vielseitige Wissen ebnet den Absolventen den Weg in die Industrie, in Forschungseinrichtungen und Behörden. Die Inhalte sind darauf ausgelegt, Studierenden die fachliche Basis für die Entwicklungen neuartiger Materialien im Kontext einer energieeffizienten und ressourcensparenden Zukunft zu vermitteln. Björn interessiert sich hauptsächlich für die Produktion von Materialien und deren Qualitätsprüfung. In den ersten Semestern des Studiengangs, dem Grundstudium, lernen die Studierenden notwendiges Wissen aus den Naturwissenschaften. Mathematik, Einführung in die Laborarbeit, allgemeine Chemie, aber auch Betriebswirtschaftslehre oder Fachenglisch bereiten auf den Berufsstart in Unternehmen vor. Einige Module sind fachübergreifend, das heißt in den Seminaren lernt Björn auch Studierende der Biotechnologie, der Betriebswirtschaftslehre oder Kultur und Techniker kennen. „Diese Module haben vor allem den Zweck den Studierenden die Möglichkeit zu geben überfachliche Kenntnisse zu erlangen,“ erklärt Björn.

An der BTU ist man immer in Gesellschaft

Während unseres Gesprächs sitzen zwei Elektrotechnik-Studenten neben uns, mit denen Björn oft das Beachvolleyball-Feld am Campus Senftenberg nutzt. Während sie mir davon erzählen kommen zwei Kommilitonen von Björn auf ihn zu, um sich nach der richtigen Antwort für eine Frage zum Tutorium „Organische Chemie“ zu erkundigen. Der 27-jährige hat im letzten Semester selbst ein Tutorium zu diesem Thema angeleitet, weil ein Teil der Themen bereits in seiner Ausbildung behandelt wurden. Er hilft seinen Kommilitonen gern, auch heute kann er seinen Mitstudenten wieder die richtige Antwort sagen. Vorkenntnisse sind wie überall von Vorteil, aber für das Studium der Materialchemie nicht notwendig. Björn ist natürlich froh, dass ihm seine Ausbildung den Weg als Tutor geebnet hat und ist ein bisschen stolz, wenn er von dieser Aufgabe erzählt.

Warum Senftenberg besser ist als Berlin

Nach Berlin zurückkehren? Daran denkt der gebürtige Lichtenberger nicht. An Senftenberg gefällt ihm der Freiraum. Nicht nur der räumliche, auch der geistige: „Ich bin zwar die Dynamik einer Großstadt gewohnt, die Hektik und den Trubel, viele Menschen auf einem Fleck. Die Freiräume hier in Senftenberg erlauben mir aber, mich ganz auf mein Studium zu konzentrieren.“ Während des Gesprächs wird klar, dass die Studierenden in Senftenberg die familiäre Atmosphäre untereinander und zu ihren Professoren schätzen. Man kennt sich auf dem kleinen Campus und grüßt einander.

Björn gefällt außerdem die günstige Wohnlage: „Ich bin sehr glücklich mit meiner Wohnung. Eine Ein-Raum-Wohnung in Berlin ist so teuer wie eine Drei-Raum-Wohnung hier!“ Auch in Zukunft möchte der angehende Chemiker die Vorzüge der Lausitz genießen. Er liebäugelt schon mit einigen interessanten Industrie-Unternehmen aus der Region und freut sich darauf nach seinem Studium „endlich wieder Geld zu verdienen.“ Vor seiner Ausbildung hatte er bereits einige Jahre als Gerüstbauer gearbeitet. Bevor der Berufsalltag wieder losgeht genießt Björn noch die Freiheiten des Studentenlebens und nimmt ein erfrischendes Bad im Senftenberger See. Er schwingt sich auf sein Rad, und verabschiedet sich mit einem Augenzwinkern.

Carolin Bloch

 

 

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