Samantha-Josephine Schneider, Wirtschaftsingenieurstudentin an der BTU Cottbus-Senftenberg

In der Cafeteria am Campus Senftenberg herrscht so früh am Morgen noch angenehme Ruhe. Wir setzen uns und finden bald einen direkten Einstieg in die Thematik, die Samantha-Josephine Schneider auch beruflich bewegt. Gezielt zeichnet sie mir den Unterschied zwischen zwei Stahl-Verbundstäben auf den Tisch und erläutert mir mit Begeisterung deren Eigenschaften. Schon zu Beginn des Gesprächs wird klar, dass Samantha den für sie passenden Studiengang gefunden hat. Durch die duale Variante hat sie auch gleich den Berufseinstieg, denn während ihrer Praxiszeiten arbeitet sie im Betrieb STABAU. Das Unternehmen ist hauptsächlich auf den Vertrieb und die Produktion von Spundwänden, Trägern und Rohren aus Stahl spezialisiert.

Theorie in der Uni, Praxis im Betrieb

Samantha kommt ursprünglich aus Herzberg, lebt aber zusammen mit ihrem Freund, der ebenfalls an der BTU studiert, in Lübbenau. Sie ist eine von wenigen Studierenden, die den fachhochschulischen Wirtschaftsingenieurstudiengang dual studiert, das heißt, in der Universität und im Betrieb. In der Vorlesungszeit des siebensemestrigen Studiengangs lernt Samantha die theoretischen Inhalte. Sie betrachtet das Studium als einen „schönen Mix aus all den Studiengängen.“ Technisches Zeichnen, Physik, Elektrotechnik und Co. sind die ersten Fächer, die ihr einfallen, wenn man sie nach den Studieninhalten fragt. In der vorlesungsfreien Zeit (etwa 15 Wochen im Jahr) kann Samantha die in der Uni gelernten Inhalte gleich praktisch im Betrieb anwenden, wofür sie neben einschlägiger Berufserfahrungen auch noch eine monatliche Ausbildungsvergütung erhält. Ein duales Studium erleichtert ihr außerdem den Berufseinstieg denn es kommt oft vor, dass die Studierenden nach dem Studium direkt im Unternehmen eingestellt werden, ergänzt sie zuversichtlich. Die Sorgen um die Zeit nach dem Studium entfallen damit für die junge Frau, zumal sie in Bewerbungsgesprächen ja bereits Berufserfahrung vorweisen kann. Da es sich bei dem Stahl-Unternehmen um eines handelt, das international tätig ist und europaweit über insgesamt fünf Standorte verfügt, sind Fremdsprachenkenntnisse Pflicht, auch im Lehrplan des Studiengangs. Spanisch sprechen bereitet ihr besonders viel Freude. Bei STABAU ist sie hauptsächlich im Vertrieb tätig. Dort profitiert sie von ihren Sprachkenntnissen, weil sie im Job immer wieder in Kontakt mit internationalen Auftraggebern ist.

Alles unter Kontrolle – der Wettbewerb

Mit Freude erzählt Samantha außerdem von dem Wettbewerb Anfang Juli in London. Ein Moment, der für sie besonders bewegend war. Als Leiterin des 13-köpfigen Teams von Lausitz Dynamics war sie monatelang mit den Vorbereitungen für den Shell Eco-Marathon, einem der weltweit größten Energie-Effizienzwettbewerbe, beschäftigt. Sie trug die Verantwortung für den Kontakt mit Sponsoren und die Vorbereitung von Präsentationen. Das Erreichen der Meilensteine hatte sie bei der Planung, Umsetzung und Durchführung des Projektes genau im Blick. Schon seit 2008 wird im Rahmen des Projektes am Standort Senftenberg an der Elektromobilität geforscht. Dafür wurde eigens eine Werkstatt eingerichtet. Ziel des europaweiten Wettbewerbs ist es, entweder ein bereits bestehendes Auto zu optimieren oder ein neues Auto zu konstruieren. Die Mitglieder im Team wechseln ab und an, da ein eingeschriebenes fachhochschulisches Studium in einem relevanten Studiengang Voraussetzung für die Teilnahme an dem Projekt ist.

Die BTU unter den Top Ten

Samantha erinnert sich noch an Komplikationen im Jahr 2018: „Im vergangenen Jahr war die Brennstoffzelle ein ziemliches Problem. Die Jungs hatten Schwierigkeiten bei der Kühlung und mussten darum vorzeitig aufgeben. „Deshalb haben wir unser Kühlsystem neu durchdacht und kühlen die Brennstoffzelle nun mithilfe eines Strömungskanals im Unterboden, das hat funktioniert!“ Beim diesjährigen Wettbewerb landete das Team mit dem selbst konstruierten und gebauten wasserstoffbetriebenen „Lupus“ von insgesamt 160 internationalen Mannschaften auf dem siebenten Platz. „In diesem Jahr hatten wir eher Schwierigkeiten mit Überspannungsschäden. Durch die Hilfe anderer Teams konnten wir die defekte Blinkerplatine reparieren und haben letztlich die geforderten elf1 Rundenzahlen mit einer Gesamtlänge von ca. 15,6 Kilometern geschafft“, sagt sie stolz und schließt an: „Wir brauchen im nächsten Jahr auf jeden Fall mehr Elektrotechniker!“ Aus der, wie sie früher selbst von sich dachte, „introvertierten jungen Dame“ ist im Laufe des Studiums eine engagierte und selbstbewusste Frau geworden, die weiß wovon sie spricht.

Carolin Bloch

 

Hintergrund:

Das duale Studium gibt den Studierenden den perfekten Start in die Berufswelt und wer über den geforderten Rahmen hinaus etwas bewegen möchte, kann an zukunftsfähigen Projekten mitwirken. Aktuell sind noch knapp 80 duale Studienplätze am Standort Senftenberg zu vergeben, hauptsächlich in den Fächern Betriebswirtschaftslehre, Bauingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen, Elektrotechnik und Maschinenbau.

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