Die Cottbuser Bauhausschule versteht sich als eine Grundschule und Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „körperlich-motorische Entwicklung“. Das bedeutet, dass in der Bildungseinrichtung die unterschiedlichsten Schüler integriert und deren individuelle Fähigkeiten hier gestärkt werden, um auf diesem Wege die Leistungsfähigkeit zu erhöhen.

Einen deutschlandweit guten Namen haben sich die Kinder aus der Einrichtung, die in der Cottbuser August-Bebelstraße zu Hause ist, mit ihren sportlichen Leistungen gemacht. So wurden Schülerinnen und Schüler mit Behinderung, die sich hier in der Arbeitsgemeinschaft Sport ihre ersten Sporen verdient haben, bei internationalen Großveranstaltungen bereits mehrfach zur Siegerehrung gerufen. Charleen Kosche kehrte von der Jugend-Weltmeisterschaft 2019 aus Nottwil mit der Diskus-Goldmedaille heim, Kugel- und Speer-Spezialistin Frances Hermann gewann bei den Paralympischen Spielen 2008 Silber beim Diskuswettbewerb und holte acht Jahre danach beim gleichen Wettbewerb die Speerwurf-Bronzemedaille. Zehn Jahre zurück liegen die beiden Siege, die die Radsportlerin Jana Majunke bei Welt-Titelkämpfen mit dem Rad herausfahren konnte. Für die drei, aber auch für den EM-Dritten im Sprint Franz Koalick stehen längst die Paralympischen Wettbewerbe von Tokio 2020 im Blickpunkt, auf den sie beim BPRSV im Cottbuser Sportzentrum vorbereitet werden.

Dieses Team der Bauhausschule will auch beim Finale 2019 abräumen

Damit das Feuer in der Talenteschmiede Bauhausschule nicht erlischt, trainieren derzeit acht Schüler der fünften bis zehnten Klasse und dazu zwei Sportschüler in der Arbeitsgemeinschaft Sport, die von den Sportlehrern Kerstin Richter und Frank Hildebrandt sowie Physiotherapeutin Claudia Grafe angeleitet werden. Einmal wöchentlich trifft sich die Gruppe, deren Teilnehmer recht unterschiedliche Behinderungen in sich tragen. Dass der Nachwuchs auf ziemlich gutem Weg ist, geht daraus hervor, dass die Gruppe auch im September 2019 (nach Redaktionsschluss) als Brandenburg-Sieger beim Finale von „Jugend trainiert für die Paralympics“ teilnehmen durfte. Berlin, der Austragungsort dieser Finals, war für die Bauhaus-Mannschaft ein ohnehin gutes Pflaster. Was stichhaltig damit nachgewiesen wird, dass Cottbus zwischen 2011 und 2015 bereits vierfach Deutschlands beste Mannschaft wurde.

Damit die Kette Cottbuser Erfolge noch lange nicht abreist, hat sich vor einem Jahr auch die elfjährige Alina Ahrens der AG Sport angeschlossen, die hier im  Interview vorgestellt wird:

Alina, weshalb hast Du Dir gerade die AG Sport ausgesucht, in der Dich die Trainer schwitzen lassen?

Alina Ahrens

Ich bin trotz meiner Spastik eigentlich grundsätzlich ein Kind, das nie stillsitzen kann und will. Das haben wohl auch die Lehrer bemerkt, so dass sie mir geraten haben, neben dem Schulsport etwas zu machen. Außerdem habe ich ja damals auch schon gehört, dass einige ehemalige Schüler unserer Sport-AG sogar internationale Erfolge hatten. So etwas spornt natürlich an und deshalb bin ich dann zum Beginn des Schuljahres 2018 zur Sport-AG gekommen.

Welche leichtathletische Disziplin liegt Dir besonders?

Ich habe mich jetzt auf das Kugelstoßen versteift. Anfangs lag meine Weite bei 3,50 Meter, aber nach vielen Trainingstagen bin ich dann schon fast 40 Zentimeter weitergekommen. Aber ich will noch viel weiter stoßen, darum trainiere ich auch ganz eisern.

Geht es in der Schule auch so gut voran? Bist Du zufrieden mit Deinen schulischen Leistungen?

Also meine Eltern meinen schon, dass ich trotz der Doppelbelastung Schule und Sport ganz gut dabei bin. Aber ich bin ehrlich – es könnte noch ein ganzes Stück besser sein, dafür müsste ich eben nur etwas fleißiger sein.

Wie kommst Du mit Deiner Behinderung grundsätzlich zurecht?

Ganz gut sogar, wie man ja an meiner sportlichen Entwicklung auch sieht. Der Transport von daheim in Kunersdorf bis nach Cottbus zur Schule ist über den Fahrdienst prima geregelt, damit sind auch unsere Eltern prima entlastet.

Erzählst Du noch etwas von Deiner Familie?

Kann ich machen. Wir sind daheim drei Kinder. Meine kleine Schwester ist gerade mal ein Jahr alt und mein größerer Bruder ist jetzt schon 13 Jahre alt geworden. Der spielt bei uns daheim in Kunersdorf bei „Fichte“ Fußball und da gehen wir ab und zu auch mal zuschauen.

Text/Interview: Georg Zielonkowski

 

 

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