Es mag die Gegner in der Landesklasse durchaus überraschen, wenn bei der Passkontrolle vor den Punkt- oder Pokalspielen in der Formation der C-Jugend von Wacker Ströbitz gleich dreifach Familiennamen doppelt auftauchen. Doch sind es in den Fällen von Kaiser, Preuß und Halkow nicht nur Geschwister, sondern in allen drei Fällen Zwillinge, die Trainer Marko Mrosek ins Feld schickt.

„Wir haben bestimmt nicht extra nach talentierten Zwillingspärchen Ausschau gehalten, es hat sich einfach so ergeben“, erklärt der Coach das Phänomen.

Begonnen hat es vor sechs Jahren, als Jule und Billie Kaiser zu Wacker kamen und als Mädchen in einer Jungenmannschaft doch halbwegs überraschend ganz schnell zu Leistungsträgern avancierten. Inzwischen starten die beiden 16-Jährigen auch als Gastspielerinnen mit Zweitspielrecht in der U17 des FC Energie, mit dem sie in der abgelaufenen Saison Landespokalsieger wurden. „Wir sind ja vom Wesen eher ruhig, insofern gibt es da keinerlei Probleme für uns als Mädchen im Kreis unserer Wacker-Jungs, mit denen wir in der Landesklasse Süd ganz gut unterwegs sind“, sagen die beiden Schülerinnen der 10.Klasse des Evangelischen Gymnasiums.

Nach Wackers Aufstieg in die Landesklasse hatten sich vor gut zwei Jahren auch Jaro und Jannes Preuß von der SG Sielow kommend den Ströbitzern angeschlossen und überrascht festgestellt, dass sie da nicht die einzigen „Doppelgänger“ in der Mannschaft sind. Allerdings bereiteten die beiden ihrem Trainergespann genau wie ihr weibliches Pendant immer wieder die Schwierigkeit, sie auseinander zu halten. „Es ist bei den Mädels genau wie bei den Jungs. Stehen sie direkt nebeneinander, kriegen wir das hin und wissen wer was ist. Jeden und jede einzeln zu beobachten, ist da schon komplizierter. „Aber wenigstens bei unseren beiden bei den Preußen ist es beim Wettkampf etwas einfacher. Weil Jaro sich inzwischen zum Stammspieler im Angriff entwickelt, sein Bruder agiert zumeist dahinter oder auch mal direkt vor der Abwehr“, klärt Marko Mrosek auf.

Zum Beginn der neuen Saison 2019/2020 hat sich nun ein weiteres Brüderpaar gleichen Geburtsdatums zu den wackeren Nachwuchkickern gesellt. Vom VfB Cottbus kommend, entwickeln sich Florens und Christoffer Halkow immer mehr zu wichtigen Stützen der Mannschaft. „Wir haben uns natürlich gefreut, als der Vater der zwei bei uns angefragt hat, ob da in unserer C-Jugend vielleicht noch ein Plätzchen frei wäre. Und da die beiden auch im kommenden Spieljahr noch vom Alter her in die „C“ passen, haben wir überhaupt nicht gezögert“, erinnert sich Co-Trainer Thomas Grogorick an den Einstieg der beiden Außenbahnspieler. Natürlich blieb an der früheren Spielstätte des nunmehr dritten Wacker-Zwillingspaares nicht verborgen, dass der Ströbitzer Verein erstklassige Trainingsbedingungen bietet und einige Wacker-Teams im Land Brandenburg eine sehr ansehnliche Rolle spielen. Was für Florens und Christoffer zusätzlichen Ansporn bedeutet: „Wir wollten schon immer höherklassig spielen, darum sind wir nun sehr glücklich, dass wir nach unseren sechs schönen Jahren beim VfB Cottbus eine neue Herausforderung vor uns haben“, sagt „Flo“, während sein Bruder „Chris“ begeistert von dem wunderbaren Kunstrasenplatz ist, „auf dem der Ball ideal rollt und es keine Ausreden mehr gibt von wegen Gras zu hoch oder unebener Platz!“

Es mag einmalig sein, dass bei Wacker drei Pärchen in einem Team unterwegs sind, doch scheint in dieser Beziehung noch nicht einmal das Ende in Sicht, wie Marko Mrosek mit dem Blick nach vorn verrät: „Man darf es uns glauben, dass wir nicht gezielt an irgendwelchen Zwillingsrekorden arbeiten und auch nicht ins Guinnessbuch wollen. Aber wir haben in unserer D-Jugend mit Connor und Calvin, die Zwillingsbrüder von Energieprofi Colin Raak am Start. Aufgrund ihrer Qualität wird es aber wohl so sein, dass die beiden auch immer wieder einmal als ganz junge Burschen in unserer ‚C‘ eingesetzt werden, womit dann auch ein viertes Zwillingspaar in unserer Mannschaft am Start wäre“.

Georg Zielonkowski

 

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