Analoge und digitale Pfade ins Plakat im BLmK

Die Ausstellung im Cottbuser im BlmK versammelt Arbeiten, die den Variantenreichtum analoger wie digitaler Druckvorlagen zur Herstellung eines Plakates zeigen. Zeichnung, Malerei, Fotografie, Collage und Scherenschnitt etc. können in Kombination mit Typografie und Handschrift, dank der im 20. Jahrhundert dominierenden Drucktechnik des Offsetdrucks, fast verlustfrei ins Plakat übersetzt werden.

Zum Ende der 1980er-Jahre wurden zudem die Wegmarken des gestalterischen Prozesses durch den raumgreifenden Einsatz des Computers grundlegend neu definiert: Die Computermaus in der Hand des Grafikers oder der Grafikerin verspricht seitdem einerseits eine eigene Ästhetik und in vielen Punkten eine erweiterte, flexible Arbeitsweise.

Überwiegend auf der Grundlage der Sammlung Plakatkunst des BLMK stellt die Ausstellung Arbeiten vor, die den Variantenreichtum analoger wie digitaler Druckvorlagen zur Herstellung eines Plakates zeigen. Ob collagiert, montiert, verschränkt und überblendet: Zeichnung, Malerei, Fotografie, Schablonendruck, Scherenschnitt u. a. können in Kombination mit Typografie und Handschrift, dank der im 20. Jahrhundert vorherrschenden Drucktechnik des Offsetdrucks, fast verlustfrei ins Plakat übersetzt werden. Diese Industrialisierung der Drucktechnik hat bereits im 19. Jahrhundert dazu geführt, dass Ausführung und Entwurf nicht mehr in einer Hand lagen, sondern seither in der Regel in getrennten Sphären vonstattengehen. Und der raumgreifende Einsatz des Computers in der grafischen Gestaltung (1984: Einführung des Apple Macintosh; 1987: erste Version von Adobe Illustrator) beschleunigte die Entfernung vom Material und gleichzeitig wurden damit die Wegmarken des gestalterischen Prozesses neu definiert sowie eine eigene Ästhetik geschaffen.

Durch die Anfänge der Sammlungstätigkeit des heutigen BLMK Ende der 1970er-Jahre ist die analoge Druckvorstufe, gerade auch durch den Schwerpunkt der Sammlung im ostdeutschen Kulturplakat, breit vertreten. Plakate jüngeren Datums werden mit Positionen aus der Sammlung verknüpft und sollen in den Museumsbestand integriert werden. An ihnen lassen sich idealerweise Tendenzen aufzeigen, die entweder ihre digitale Herkunft ästhetisch deutlich erkennen lassen oder genau diese kaschieren, indem sie eine Ästhetik des Handgemachten imitieren oder aber die digitale Bildschirmarbeit mit manueller, analoger Arbeit gestalterisch im Plakat versöhnen. Einige Plakate in der Ausstellung werden das Vielstufige des Entwurfsprozesses sowie die Ideenfindung, die von Material und Werkzeug bedingt werden, exemplarisch anschaulich machen.

MA

Die Spur der Hand
Analoge und digitale Pfade ins Plakat
bis 29. September | Dieselkraftwerk Cottbus – BLMK
Termine:
Mi. 10. Juli | 14 Uhr | und Do. 18. Juli  | 11 Uhr | Führung durch die Ausstellung mit Kustodin Helene Roolf
Teilen.

Hinterlasse eine Antwort