Die neue Ausstellung in der Galerie Brandenburg im Großenhainer Bahnhof Cottbus zeigt Gemälde von Fritz Lattke, ergänzt durch Kinderbücher mit Lattke-Illustrationen. Sie vereint Kunstwerke aus dem Wendischen Museum und einer privaten Cottbuser Kunstsammlung. Der wendische/sorbische Maler lebte fern seiner Heimat in Weimar, trug aber stets die Heimat im Herzen. Er brachte die Niederlausitz in stimmungsvollen Landschaftsbildern auf die Leinwand. Sein Werkverzeichnis umfasst rund 600 Kunstwerke, damit ist er nach Carl Blechen der produktivste Cottbuser Künstler.

Fritz Lattke wurde 1895 geboren und wuchs in Sandow auf. Wegen seiner außergewöhnlichen Begabung gewährte ihm die Stadt Cottbus ein Kunststipendium. Von 1921 bis ’29 studierte Lattke an der Staatlichen Kunstschule in Weimar. Die ersten Jahre überstand er mit Illustrationen für Zeitungen. Einen großen Erfolg konnte Lattke mit den Bildgeschichten von Hanni, Fritz, Putzi und dem Raben Kolk verbuchen, die zu den ersten Comic-Geschichten in Deutschland gehörten.

Seit den 1940er-Jahren malt Fritz Lattke Ölbilder seiner Niederlausitzer Heimat: melancholisch-traurige Teich-, Moor- und Wiesenlandschaften, manchmal staffiert mit winzigen wendischen Bauersfrauen, Fischern oder Jägern.

Seine „trostlosen“ Bilder entsprachen nach 1945so gar nicht den Anforderungen der neuen Machthaber. 1954 wurde Fritz Lattke aus dem sorbischen Kunstverein ausgeschlossen, später auch aus dem Verband Bildender Künstler der DDR. Doch Lattke beugte sich nicht, wieder waren es zahlreiche Buchillustrationen, die ihm das Überleben sicherten. Daneben fanden sich zunehmend Freunde seiner Gemälde. Vor allem Vertreter der Intelligenz erwarben die „ernsten, nicht düsteren“ Bilder, darunter auch der spätere, streitbare Kardinal Meisner. Lattkes Gemälde befinden sich wohlbehütet in Privatbesitz, aber auch in Museen in Weimar, Berlin und Prag.

HSP

Ausstellung Fritz Lattke, Galerie Brandenburg, Großenhainer Bahnhof, Cottbus

 

 

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