… für zwei Galerien unserer Stadt, die in einem der schönsten Baudenkmäler Cottbus am 22. August 2019 ihren Kunsthandel eröffnet haben. Die schlichte Einladungskarte gab es in zwei Farbvarianten –  in warmen Rot und in Moosgrün – mit der stilisierten Silhouette des ehrwürdigen Empfangsgebäude des Großenhainer Bahnhofs in Cottbus aus dem Jahre 1873. Der langgestreckte rote Klinkerbau in klassizistischer Form sticht einem direkt ins Auge, wenn man aus dem Bahnhofstunnel das nördliche Bahnhofsumfeld betritt. Zwei große Fahnen weisen direkt den Eingang zu den Galerien und wenn man das Gebäude betritt, traut man seinen Augen kaum. Der kleinere Galeriesaal in rot und der wesentlich größere Saal in grün (deswegen wohl die zwei Farben der Karten) strotzen vor Erhabenheit, Eleganz und Großzügigkeit. An einem Teil der Wand hängt ein großes Bild der Cottbuser Kunstpreisträgerin Mona Höke mit dem Titel „Blaue Landschaft“. Das Bild hat eine imposante Größe von 280 cm in der Höhe und 190 cm in der Breite. Gegenüber hängt der Altmeister Günther Rechn mit seinem Bild „Kraniche“ in den Maßen 200 x 210 cm. Eine abstrakte moderne Arbeit verträgt sich herrlich mit einer eher naturalistischen Arbeit und man könnte denken, die Galeristen lassen die Kraniche über die blaue Landschaft fliegen. Weiterhin wird der Saal geprägt durch eine sehr frische Arbeit von Hans Scheuerecker aus dem Jahre 2018. „Die Augen haben zugenommen“ misst 300 x 200 cm. Es scheint hier wohl schwergewichtig zuzugehen, denn auch Dieter Zimmermann hängt gleich mit acht Arbeiten an einer Wand. Inmitten des Saales ein betagter aber gut klingender Flügel, der nicht nur am Eröffnungsabend erklingen wird, sondern öfters in den Räumen der Galerie erklingen soll. Ihm zur Seite gesellt sich „Eure Majestät der König“, eine Holzskulptur von Jörg Engelhardt, dessen Affen in der gesamten Galerie freigelassen wurden. Weiter zu entdecken gibt es einige frühe Arbeiten von Daniel Sambo-Richter, der dem einen oder anderen Cottbuser Kunstfreund noch in guter Erinnerung sein dürfte. Auch seine Frau Manuela Sambo-Richter ist mit zwei großen Masken vertreten. In weiteren Ausstellungsräumen findet der Besucher Bilder von Strawalde (Jürgen Böttcher), Max Uhlig, Fotos von Walter Schönenbröcher, zauberhafte Papierarbeiten von Patrick Rosenblatt und Frank Merker. Besonders fallen Keramikskulpturen der Cottbuserin Rita Grafe auf. Ihre grazilen Frauengestalten zaubern einem sofort ein Lächeln ins Gesicht. Man frag sich, ob die einzelnen Skulpturen wohl zusammen gehören? Ingolf Kühn ist in der Ausstellung mit ein paar, für ihn eher untypischen Arbeit präsent, welche eine ungeheure Dynamik in sich tragen. In einem weiteren Ausstellungsraum hängen Fotos der ehemaligen Cottbuserin Kathrin Karras. Ihre Art von Fotografie ist spannend und verbirgt in sich Geheimnisse, die beim längeren Betrachten immer neugieriger machen. Man muss sich einlassen wollen, dachte ich mir dabei. Ein Satz den ich öfters hörte: „Ja, man kann und soll hier Kaufen, wir sind ein Kunsthandel. Man kann aber auch einfach nur Schauen.“ Die Galerien planen alle zwei bis drei Monate neue Ausstellungen, die durch alle Gattungen der Kunst führen. Ein Großteil der angebotenen Werke kann man für Büros, Praxen, Kanzleien oder für die eigenen vier Wände mieten. Zum Service gehören auch das Einrahmen und Passepartieren von Bildern.

rog

 

Infos:

www.galeriebrandenburg.de
info@galeriebrandenburg.de
Öffnungszeiten: Mo-Fr 12-18 Uhr, Sa 10-14 Uhr  und nach individueller Absprache

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