„Mensch auf eigene Gefahr” – der neue Roman von Maxi Hill

 Maxi Hills Bücher sind bekannt für brisante Geschichten und bewegende und erregende Auseinandersetzungen mit aktuellen Problemen und Ereignissen in der Vergangenheit, die zu diesen geführt haben. Wundert es da, dass sich die Cottbuser Autorin jetzt auch der Flüchtlingsproblematik angenommen hat? Wie stets entwickelt sie dazu eine spannende Romanhandlung, in der sich das Anliegen kristallisiert.

Regia Verlag, 204 Seiten, 10 EUR.

Es ist die Geschichte eines jungen Paares, das in der ihm fremden Kultur Fuß fassen soll und dabei selbst aus verschiedenen Kulturkreisen – Farid aus Afghanistan und Sheyla aus Tschetschenien – kommt. Warum sie in getrennten Wohnungen leben, warum Sheyla sich um Farid sorgt, warum in Farids Wohnung fremde Menschen aus- und eingehen, welche Probleme Farid mit den Behörden hat, wie sich ihre Kinder der fernen Oma mitteilen, das erschließt sich dem Leser im Laufe der Handlung, in die auch Recherchen aus einem Migranten-Projekt des Frauenzentrums eingeflossen sind.

Allein der Titel „Mensch auf eigene Gefahr” beweist, dass es wieder einmal um Existenzielles geht.

Nicht nur für die aus den unterschiedlichsten Gründen Geflüchteten, sondern auch für Einwohner der Stadt, obwohl die keinem Leidensdruck unterliegen. Die Willkommenskultur hat die Stadt wie das ganze Land verändert. Warum freuen sich die einen, dass die Stadt vielfältiger, ja bunt geworden ist, und warum fühlen sich andere bedroht? Kann man fremde Kulturen, Religionen, Bräuche dem eigenen Land einfach zugehörig erklären, oder muss zusammenwachsen, was dafür geeignet erscheint? Muss man fremde Bräuche dulden, wenn sie eigene Gewohnheiten tangieren und das Zusammenleben durch Lärm, Geruchsbelästigungen, Unordnung? Was ist Toleranz, und wie weit reicht sie? Wie eine Perlenschnur durchziehen diese Fragen den Erzählvorgang. Eine Buchautorin, wegen ihrer kritischen Feder bei den einen beliebt, bei den anderen umstritten, wirft sie auf, gibt zum Nachdenken und reflektiert auch, wie ihre eigene Ehe und ihr literarisches Schaffen sich verändert haben.

Sorgen machen auch die Angst vor den Ängsten, die teilweise Weithergereiste bei Kundgebungen schüren. Aus Fremdenfeindlichkeit und Rassenhass erwachsen Aufrufe zu Unmenschlichkeit und Intoleranz. Die Autorin und ihre Protagonistin sind sich einig in ihrem Appell: „Menschen weigert euch, Feinde zu sein!”

KW

 

Info

Regia Verlag, 204 Seiten, 10 EUR.
Buchpremiere: 19.September, 18 Uhr | Frauenzentrum Lila Villa.

 

 

 

 

 

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