Zum Stadthafen Senftenberg, zur Landmarke ,,Rostiger Nagel“ und
zum Leuchtturm Geierswalde (Rundtour ca. 25 km)

Vom Bahnhof Senftenberg geleiten Steinquader am Rad- und Fußweg Richtung Süden. Sie geben die exakte Entfernung zum See an. Nach zehn Minuten Radfahrt ist das Gewässer erreicht.
Mit dem Senftenberger See nennen die Stadtväter einen der schönsten und saubersten Gewässer im Land Brandenburg ihr Eigen: Ein Urlaubsparadies für Wassersportler und Badelustige. Neues Wahrzeichen der Stadt ist der moderne Stadthafen mit Liegeplätzen für bis zu 120 Sportboote, mit Seebrücke und -promenade.

Die „Siedlung am sanften Berg“ wurde zum ersten Mal im Jahr 1279 erwähnt. Im Sorbischen heißt die Stadt Zły Komorow, übersetzt „schlimmer Mückenort“, was heute glücklicherweise aber nicht mehr zutrifft.
Der Senftenberger See entstand aus dem ehemaligen Tagebau Niemtsch. 1938 aufgeschlossen, begann der Braunkohleabbau im Jahr 1941. Bis 1966 wurden hier etwa 130 Millionen Tonnen Kohle gefördert. Pläne des bekannten Wahl-Cottbuser Landschaftsgestalters Otto Rindt (1906-1994) für ein Freizeitparadies fanden schon während des aktiven Bergbaus Berücksichtigung. So wurden die Böschungen für künftige Strände durch Tagebaugroßgeräte abgeflacht. Durch Grundwasseranstieg und Zuleitung von Wasser aus der Schwarzen Elster entstand bis 1973 ein etwa 1300 Hektar großer See. Die durchschnittliche Tiefe beträgt 17 bis 19, die größte 40 Meter. Der See besitzt Trinkwasserqualität, die Sichtweite beträgt zwischen fünf und zehn Meter, weshalb neben Badelustigen, Surfern, Seglern und Anglern auch Taucher kommen. Für letztere wurde extra ein altes Schiff als Unterwasserattraktion versenkt.
Die 300 Hektar große Insel im See ist Teil der ehemaligen Brückenkippe, die nicht überflutet wurde. Rund um den Senftenberger See finden sich elf Kilometer Badestrände.
Vom Stadthafen nutzen wir den Radweg linkerhand entlang des Nordufers nach Kleinkoschen. Unterwegs lockt die eine oder andere Badestelle zum Abkühlen, darunter auch ein offizieller FKK-Platz nahe der Brasserie. Wir überqueren die Straße von Senftenberg nach Großkoschen, auf der anderen Seite ist Kleinkoschen erreicht. Drei Kilometer nordöstlich von Kleinkoschen, an der Mündung des Sornoer Kanals in den Sedlitzer See, steht die Landmarke Rostiger Nagel. Der futuristische Aussichtsturm mit dreieckigem Grundriss besteht aus 111 Tonnen Cortenstahl, der im Laufe der Zeit eine rostrote Patina angenommen hat und so die Farbe der einstigen Tagebaugroßgeräte imitiert. 162 Stufen führen in 30 Meter Höhe mit schönem Blick über Tagebauseen und Wälder.
Wir überqueren den Sornoer Kanal, später noch den Barbarakanal und folgen dem markierten Rundweg um den Geierswalder See, zumeist durch schattigen Wald. Bei Geierswalde ankern fünf schwimmende futuristisch anmutende Häuser, weitere fünf stehen am Ufer, ebenfalls mit luxuriös eingerichteten Ferienwohnungen.

Am Südufer des Geierswalder Sees, dem östlichen Nachbargewässer des Senftenberger Sees, befindet sich der Hotelkomplex Leuchtturm, ein markantes Symbol für das entstehende Lausitzer Seenland. Im Turmatelier, 22 Meter über dem Wasser, können zwei Personen übernachten. Mehr Luxus findet man in der Admiralssuite, daneben gibt es auch 21 gemütliche Doppelzimmer und vier Ferienwohnungen. In den beiden unteren Ebenen des Leuchtturmes befindet sich das Restaurant „MehrSeen“ mit fantastischem Seeblick und der Gallionsfigur der schaurig-schönen Nixe Geirecke. Deren Name wurde vom Ort Geierswalde geschöpft, und sie ist hier zuständig für Wetter, Wohlbefinden, Wind und Wellen.
Auch die unterhalb des Leuchtturms befindliche „Grill & Chill Pier 1 Beachbar“ lässt maritimes Feeling aufkommen. Der Clou ist hier die Vermietung von schwimmenden Grillinseln für maximal je zehn Personen. Diese BBQ-Donuts lassen den Grillabend mit Musik auf dem Wasser zum ganz besonderen Erlebnis werden!
Von Geierswalde führt der Radweg erst am Südufer des Geierswalder Sees, dann entlang des Überleiters mit moderner Schiffsschleuse wieder nach Kleinkoschen, wo wir die bereits bekannte Route zurück nach Senftenberg nutzen.
Das Hotel LéonWood im Lido Senftenberg nahe dem Stadthafen ist das größte Holzhaus Europas. Aus der Hausbrauerei kommen Senftenberger Pils, unfiltriertes Kellerbier und Hefeweizen. Gäste können hier auch ein gesundheitsförderndes Bier-Bottich-Bad bestellen. Angenehm schattig sitzt es sich im Biergarten des Blockhaushofes – ein krönender und zugleich erfrischender Abschluss für eine maritime Radrunde in der Lausitz.

Text und Fotos: Kerstin & André Micklitza

Infos:
An- und Abreise: ab Cottbus Hbf. und zurück stündlich eine Verbindung (23-25 Minuten Bahnfahrt)
Tourist-Information Senftenberg, Markt 1, Tel. 03573/1499010, www.senftenberg.de
Der Leuchtturm, Tel. 035722/95000, www.leuchtturm-lausitz.de
Grill & Chill Pier 1 Beachbar, Am Wassersportzentrum 2, in Elsterheide OT Geierswalde, Tel. 03571/415312, www.grillandchill.de
Hotel LéonWood, Tel. 03573/363000, www.hotel-leonwood.de

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