Der Zirkus hatte für mich schon immer etwas seltsam Anmutendes. Innerhalb kürzester Zeit ploppt aus dem Nichts ein riesiges Zelt auf und Menschenmassen strömten herbei, um sich bespaßen zu lassen. Clowns, Tiere, Artisten und Feuerspucker springen in die winzige Manage und zack, so schnell wie das riesige Zelt emporgeschossen ist, so schnell ist es auch wieder fort. Zirkus ist mehr als reine Bespaßung und das Zirkusleben sicherlich nicht so romantisch, wie, sich der eine oder andere vielleicht vorstellt. Hinter den Shows steckt Leistungsdruck, ständiges Unterwegsein, ständiges Üben und wenig feste Freundschaften. In den Wintermonaten ist es meist schwer, genug Geld zu verdienen.

Eben diese Kehrseite zeigen die Fotos von Birgit Dworak. Die, zum Teil in schwarz-weiß gehaltenen, Bilder lassen nur wenige, fröhliche Gesichter erkennen. Stattdessen bilden sie hoch konzentrierte, beinahe ekstatisch wirkende Künstler und finster dreinblickende Clowns mit einem aufgemalten lächeln ab. Eines der Bilder zeigt gefüllte Aschetonnen, vor einem blauen Container. Daneben ein Foto von einem Kassenhäuschen, völlig menschenleer. Der Himmel grau und trist. Die Ruhe vor dem Sturm und die Überreste der letzten Nacht. Immer wieder dasselbe Spiel.

Beim Betrachten der Bilder entsteht eine leichte Schwere, eine süße Melancholie. Eigentlich die gegenteilige Stimmung von dem, was man erwartet, wenn man an Zirkus denkt. Gut gelungen, wie ich finde.

Lena Bange

„Nebenwelt“ von Birgit Dworak

12. Mai – 21. Juni

Do – Sa von 18 – 21 Uhr

Galerie Haus 23, Cottbus

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