Matthias Härtig über die 3. Folge der „Olsenbande”  in der Bunten Bühne Lübbenau

 Egon, Benny,  Kjeld von der Olsenbande sowie Ivonne und Börge haben wohl einen Narren an Groß Beuchow gefressen. Vom 12. Juli bis zum 1. September treffen sie sich zu einem neuen Abenteuer des beliebten dänischen Ganoventrios in der Mehrzweckhalle des Lübbenauer Ortsteils. Das 12. Lübbenauer Sommertheater der Bunten Bühne lädt die Einwohner der Spreewaldmetropole und ihre Gäste wieder zu einem köstlichen Vergnügen ein.

Auf der beliebten Filmserie aus den sechziger bis achtziger Jahren fußend, hat der Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und Autor Matthias Härtig für das „Theater im Grünen” eine prickelnde, kurzweilige, humorvolle Bühnenfassung entwickelt. Härtig, der 2011 zusammen mit seinen Sachsen-Dreyer-Kollegen Silvia Burza und Matthias Greupner das Lübbenauer Stadttheater Bunte Bühne gegründet hatte, hat seine Freude an dem Projekt, das auf vielseitigen Zuschauerwunsch hin nun seinen dritten Teil erlebt.

Silvia Burza spielt Ivonne. Foto: Hensel

Silvia Burza spielt Ivonne. Foto: Hensel

„Das war eigentlich nicht geplant”, erzählt er. „Aber wenn es gefällt und angenommen wird, warum nicht?” Für ihn, Jahrgang 1955, waren diese Filme kulturelle Jugenderlebnisse. „Sie waren Kult vor vierzig, ja, fast 50 Jahren. Ich hatte nicht geglaubt, dass diese Geschichten heute noch so wirken. Sie sind ein Riesenkracher geworden, und der geht dieses Jahr weiter.”

Matthias Härtig hat sich Gedanken gemacht, worin denn die große Wirkung dieses Stoffes liegt. „Das Geheimnis der Olsenbande ist, dass sie alle kleine Leute sind. Ihr Leben ist eine Achterbahn zwischen Auf und Nieder, Oben und Unten. Immer, wenn sie nach einem Nackenschlag zu Boden gegangen sind, rappeln sie sich wieder auf. Und immer haben sie einen genialen Plan. Ohne Schießerei  und Prügelei. Das macht sie sympathisch und versetzt uns in Spannung. Und wir wissen ja: Hinter der nächsten Straßenecke oder der nächsten Tür warten schon die finsteren Bösewichter. Unser Blutdruck rastet aus, obwohl feststeht: Am Ende fügt sich alles zum Guten. Wie immer.”

Matthias Härtig

Mathias Härtig Foto: Dana Dubian

„Wie immer”, sagt der Regisseur, weil das Grundgerüst  so konstruiert ist. Die Bausteine, die in dieses Gerüst hineinkommen, sind natürlich alle etwas anders geartet. Vieles davon soll Geheimnis bleiben, das nur mit einem Ticket gelöst werden kann. Doch lässt sich das Geheimnis ein klitzekleines bisschen lüften? „Na gut. Aber es bleibt bei klitzeklein. Am Ende des zweiten Teiles waren unsere Helden mit ganz viel Geld nach Mallorca gereist. Dort passiert aber viel, was nicht passieren sollte. Deutlich wird: Bösewichter schlafen nicht. Schlimm ist: Egon muss mal wieder in den Knast. Das hat bekanntlich einen Vorteil. Als er rauskommt, hat er mal wieder einen seiner unverwüstlichen Pläne. Werden sie wieder an das Geld rankommen?”

Härtig, ein vielseitiger komödiantischer Autor, der auch eine Menge für Kinder geschrieben hat, wird uns ein Happyend nicht in den Schoß legen, sondern Irr-, Schleich- und Umwege beschreiten.

Klaus Wilke

Premiere: 12. Juli; weitere Vorstellungen im Juli: 16., 19. 23., 26., 27., jeweils 19.30 Uhr Mehrzweckhalle Groß Beuchow.
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