Was erwartet die BTU, die Stadt und die Region in naher Zukunft? Das erörterten Oberbürgermeister Holger Kelch, BTU-Präsidentin Prof. Christiane Hipp, Kanzler Peter Lange und CTK-Geschäftsführer Dr. Götz Brodermann jüngst bei einem Pressetermin.

Die Lausitz erlitt nach der Wende einen verheerenden Strukturbruch, bei dem Tausende ihre Arbeit verloren. Daher sehen viele Cottbuser skeptisch auf den derzeitigen Strukturwandel. Doch dieser Wandel könnte sich durchaus als Chance erweisen – vorausgesetzt, die Entscheider planen klug und setzen die Strukturfördergelder des Bundes sinnvoll ein.

Was also plant die Stadt für die Zukunft?

Oberbürgermeister Holger Kelch hat viel vor. Er möchte u. a. die Stadt attraktiver machen, damit hier mehr Menschen leben möchten. Dazu soll beispielsweise das künftige Quartier am Ostsee beitragen. Mehr Kita-Plätze gelte es auch zu schaffen. Außerdem sollen die Gewerbegebiete in Merzdorf und Dissenchen über die geplante Ortsumgehung an die A 15 angeschlossen werden.

„Wichtig wird sein, dass die vielen Ankündigungen und Pläne zügig Realität werden und so neue Arbeitsplätze und Rahmenbedingungen für weitere Ansiedlungen, aber auch die Stärkung der heimischen Wirtschaft geschaffen werden,“ so Kelch.

Dazu gehört auch, dass das stadteigene Carl-Thiem-Klinikum bald zum Ausbildungskrankenhaus wird.

Die Landesregierung hat beschlossen, dass Cottbus eine medizinische Hochschule bekommt. Mit Bundesmitteln wird die bis etwa 2029 fertiggestellt — und könnte schon früher die ersten Medizinstudenten begrüßen.

Das sind gute Nachrichten für das Klinikum: „Wir sind im Eckpunktepapier [zum Strukturstärkungsgesetz]mit drin“, erklärt Dr. Götz Brodermann, der Geschäftsführer des Carl-Thiem-Klinikums. Wenn das CTK zum Hochschulkrankenhaus wird, entstehen bis zu 2000 neue Arbeitsplätze. Außerdem beteiligt sich das Klinikum an einem Projekt des Bundesforschungsministeriums, in dessen Rahmen es zum digitalen Forschungskrankenhaus ausgebaut wird.

Neuerungen stehen auch für die Cottbuser Forschungslandschaft an.

„Es ist einiges in der Vorbereitung,“ erklärt BTU-Präsidentin Prof. Christiane Hipp.

Mittelfristig seien u.a. sechs bis acht neue Institute geplant – finanziert aus Bundesmitteln. Jedes wird bis zu 150 Mitarbeiter beschäftigen.

Kanzler Peter Lange spricht von einem „enormen Potenzial für die Forschung“. Problematisch sei aber die Finanzierung der Universität. Zwar erhalte die Uni 2019 und 2020 zusätzliche Finanzhilfen – die genügten aber lediglich, um die gestiegenen Personalkosten abzufedern. Wenn diese Hilfen im Jahr 2021 ausbleiben, „dann wird die Universität die Handlungsunfähigkeit verkünden müssen,“ fürchtet Lange.

Übrigens: Noch in diesem Monat wird BTU-Kanzler Peter Lange das Ruder an den Juristen Alfred Funk übergeben. Funk war schon Kanzler an verschiedenen Hochschulen, u.a. an der Stuttgarter Universität Hohenheim und der Uni Luxemburg.

Jasper Backer

 

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