Erinnerungen an zwei LEA-Literaturfeste. Das dritte findet in Cottbus statt

In unserem Juni-Heft kündigten wir an, dass vom 28. bis 30. September in Cottbus das dritte LEA-Literaturfest stattfindet. Es wird vom Macht los e.V. Cottbus organisiert und der Aktion Mensch, der größten privaten Förderorganisation in Deutschland, unterstützt. LEA heißt „Lesen Einmal Anders” und ist für Behinderte und nicht Behinderte in Leseklubs organisiert. Der Cottbuser LEA Leseklub gehört zum „Freizeitclub – ganz unbehindert.”  Die ersten beiden Literaturfeste der jetzt mehr als 50 Leseklubs aus ganz Deutschland fanden 2013 in Köln und 2015 in Berlin statt. Cottbuser LEA’ner erinnern sich.

Danilo Konzack nahm in Köln mit Petra Just an einer Literaturwerkstatt über Märchen teil. „Der Referent las eine Stelle vor, und die Teilnehmer drückten mit Musikinstrumenten ihre Gefühle aus: mit Trommeln, Schlagstöcken, Xylophon, Triangel und sogar mit einem Schneebesen.” Was sie erlebt haben, haben sie aufgeschrieben und fanden es später in der gedruckten Dokumentation des  Literaturfestes wieder. Zu Susi Egelings Rückblick gehört das große Jugendherbergszimmer, das sie wegen ihres Rollstuhls bewohnte und das deswegen zum häufigen Treffpunkt der Cottbuser wurde. Und der Atelierbesuch bei einem Kölner Künstler hat sich ihr eingeprägt. Olivia Kaschke hat unter Anleitung einen Buchumschlag gebastelt. Im altehrwürdigen Dom die Sage um sein Entstehen zu hören und beim Stadtrundgang in einfacher Sprache der Statue des Kölner Originals auf die Schulter zu klopfen, gehörten zu den bleibenden Momentaufnahmen. Einmal hatte sogar die SOKO Köln Einsatz. Wie das? Na ja, die Schauspieler dieses Fernsehteams verliehen die Preise im Literaturwettbewerb „Die Kunst der Einfachheit”. Und eine der Betreuerinnen aus Cottbus, Karola Morys, wird in dem Doku-Heft zitiert, die ihre totale Begeisterung ausdrückt und von den Impulsen berichtet, die die Lausitzer mit nach Hause nehmen. „Ich denke, der Macht los e.V. sitzt schon in den Startlöchern, um etwas aufzubauen. . .” Das war 2013. 2018 ist der Macht los e.V. aus den Startlöchern längst heraus.

„In Berlin war Tom Fish dabei”, erzählt Kerstin Bräuer, die in Cottbus den LEA-Hut aufhat. „Tom Fish hat so eine Lesebewegung 2002 in den USA für alle, die an Geschichten interessiert sind, auch wenn sie mit dem Lesen Schwierigkeiten haben, initiiert. Derzeit  gibt es in Amerika über 300 solcher Klubs, die dort ,Next Chapter Book Club‘ (Nächstes Kapitel – Buch Klub) heißen. In ihnen finden Menschen Freude an Geschichten, die mehr mit den Ohren und anderen Sinnen lesen und gern über das Erfahrene reden.”

Heiko Schreiber freut sich noch heute über den Besuch bei einem Radiosender. Gleich wurde er von einem Reporter befragt: „Warum bist du hier beim Literaturfest?” „Ich will mal was kennenlernen in Berlin und will wissen, was Lesen bedeutet.” „Was liest du?” „Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Das ist ja aus Amerika. Ich lese auch gerne Krimis.” „Was für Krimis?” „Edgar Wallace.” Sein erstes Interview. Es hat seinem Leseinteresse eine neue Rakete gezündet. Das Gleiche bewirkte eine kleine Begebenheit, von der Danilo mit heiterem Stolz erzählt. Hat er doch mit der Frau von Tom Fish getanzt.

Nun freuen sich alle auf das Literaturfest in der Lausitz. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange.

Klaus Wilke

Info
Der LEA Leseklub Cottbus trifft sich 14täglich freitags von 16.30 bis 18 Uhr in der Stadt- und Regionalbibliothek – das nächste Mal am 29. Juni und nach einer Sommerpause wieder am 24. August.

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