Neues Stück von Daniel Ratthei um brennende Fragen der Zeit

 Daniel Ratthei, in Cottbus gebürtig und im Piccolo Theater als Regisseur und Schauspieler tätig, zugleich erfolgreicher Autor von Theaterstücken (u.a. „Werther in Love”, „Kiwi on the Rocks”, „Boys don’t cry”) und bundesweit gefragt (zuletzt Nürnberg, Celle, Ulm, Bruchsal, Pforzheim), hat sich eines brennend aktuellen Stoffes angenommen. Das Stück heißt „Greta”. Der Titel allein umreißt alles, was darin zur Sprache kommt. hermann war bei einer Probe dabei – gewissermaßen Kollegenbesuch; denn Daniel Ratthei ist nebenbei ein geschätzter und gewiefter hermann-Autor.

:Ein Quadrat von Stegen, das zu einem Rednerpult führt und ein provisorischer rosa Teppich, der später durch eine runde grüne Fläche ersetzt wird, geben dem Darsteller-Paar den Handlungsraum, auf und in dem sie agieren. In die Titelrolle schlüpft Tracy Neumann, eine sympathische junge Schauspielerin aus Berlin. Sie stellt ein junges Mädchen auf die Bühne, das frisch von der Leber weg alle seine Träume, Visionen, allen Ärger, alle Zweifel und Selbstzweifel, alle Vorwürfe an die Erwachsenen, an ihrem Spiel und ihrer Miene ablesen lässt. Diese Greta (die im realen Leben des Stücks Annegret heißt und vom Autor nur mit Annäherungen an die bekannte Klimaaktivisten ausgestattet wird) ist auf dem Weg zu sich selbst und in die Welt. Einen Weg, den sie grübelnd im Monolog und Erzählton oder dramatisch zugespitzt im Dialog mit anderen Personen geht.

Szene Probenfoto: Daniel Ratthei

Diese Personen treten ihr in der Gestalt von Konstantin Walter entgegen, aus dem Piccolo Jugendklub hervorgegangen und derzeit als Techniker und Schauspieler an der Bühne engagiert. Seine „Hauptrolle” ist die des Hannes, der die Klimasache wohl als ein willkommenes Abenteuer im mehr tristen Alltag ansieht und in den sich Annegret verliebt. Aber abwechselnd mit einem Mantel, einer Mütze, einer Brille oder einer Schürze ausgestattet, wechselt er in die Rollen von Annegrets Vater, Lehrer Landwehr, einer Gemüseverkäuferin und einer Kaffeefrau sowie des Astronauten Alexander Gerst („Dieses zerbrechliche Raumschiff Erde”). Anstrengend und herausfordernd für den jungen Mann. Ständig muss er Gefühle und Stimmungen wechseln und weiß, dass dies nötig ist, um Annegret-Tracys Reaktionen und Entwicklungen verständlich und nachvollziehbar zu machen.

Ob er und Annegret zusammenkommen und ob Annegret und Fridays for Future ein Paar werden, das sollte man sich – egal, ob man jung oder alt ist – im Piccolo selbst ansehen. Und gut anhören; denn Daniel Ratthei bringt viele Pro und Contra ins Gespräch, und das allein ist schon spannend.

Klaus Wilke

 

Info

Premiere: 3.11., 19 Uhr, Piccolo

Uraufführung: 2.11. im Theater Celle, in dessen Auftrag „Greta” entstand.

Teilen.

Hinterlasse eine Antwort