Erzählkünstlerinnen und Rätselkönige zu Besuch im Schloss Branitz

Es war einmal ein kleiner Junge mit dem Namen Hermann. Hermann lebte in einem riesigen Schloss. Doch leider war der Junge wenig glücklich, denn um ihn herum lebten lauter dumme Leute. Außerdem war er mit einer Mutter geplagt, die kaum älter war als er selbst und ihn wie ein Püppchen behandelte. Sein Vater war ihm auch keine große Hilfe, denn er war immerzu nur mürrisch und mit sich selbst beschäftigt. Die anderen dummen Leute waren gemeine Bedienstete, die ihm immerzu nur blöde, unnütze Regeln aufzwingen wollten. Nur einen mochte er, den alten Tamm. Tamm war immer für Hermann da und vermochte ihm was beizubringen, nur leider war er zu ehrlich und sagte stets was er dachte. Hermanns Mutter gefiel das gar nicht, weil er ihr einfach nicht schmeicheln wollte und so wurde er vom Hof gejagt. Der Junge war ständig einsam und aus Unmut und Langeweile trieb er zahlreiche Streiche. Einmal trieb er es zu weit und wurde von dem gemeinen Hofmeister ins Turmzimmer gesperrt. Umgeben von Fledermäusen, Staub und Spinnen überlegte sich der Bub, wie er aus dem ollen Zimmer herauskommen sollte. Er öffnete also das Fenster und schrie „Lasst mich raus! Wenn ihr mich nicht sofort raus lasst, dann werde ich springen!“. Die Bediensteten nahmen das Geschrei des Kindes nicht ernst und gingen weiter ihrer Arbeit nach. Dann plötzlich: ein Schrei, gefolgt von lautem Platschen. „Der Junge ist gesprungen!“, panisch rannten die Diener zum Wasser und da sahen sie ihn treiben. Einige sprangen sofort hinein, um Hermann herauszuziehen. Ob er noch lebt? Doch als sie ihn erwischt hatten, was sahen sie da? Einen Balg aus Stroh. Der ausgefuchste Bursche streifte einer Puppe, die er im dem Dachzimmer gefunden hatte, sein Gewand über und warf sie aus dem Fenster. Das kommt davon, wenn man sich mit Hermann anlegt.

Bei dem aufmüpfigen Jungen handelte es sich um niemand anderen als, um den Landschaftsarchitekten und Fürsten Hermann von Pückler-Muskau. Auch im erwachsenen Alter hielt er sich nicht fern von Streichen und er begab sich auf weite Reisen.

Frau Ute Fisch im Musikzimmer Schloss Branitz. Copyright: SFPM

Frau Ute Fisch im Musikzimmer Schloss Branitz. Copyright: SFPM

Neben wahren Geschichten gibt es über diese Länder allerlei Märchen, Mythen und Legenden. Einige davon wird die Märchenerzählerin mit dem bezaubernden Namen Ute Fisch am 8. September, inmitten des Branitzer Schlosses zum Besten geben. Sie erzählt z.B. von einer kleinen Prinzessin, die geheilt werden musste und berichtet darüber, was mit kleinen Jungs passiert, die sich weigern, zu Bett zu gehen. Zu ihrer Erzählstunde kommen Jung und Alt. Auch wenn die Alten, pardon, die Erwachsenen, während der Märchenstunde das Schloss besichtigen dürfen, werden sich doch die meisten entscheiden zu bleiben und den Geschichten von Frau Fisch zu lauschen. Die charismatische Dame reist seit fast 30 Jahren umher und lässt ihre Zuhörer in eine magische Welt voller Wunder und Abenteuer eintauchen, denen sich kaum einer entziehen kann.

Durch ihre Erzählung erfährt man ein bisschen was über die Länder, die Hermann von Pückler-Muskau bereist hat, doch noch nicht so viel über ihn. Und wie vielleicht schon der oder die eine vermutet, war er nicht nur ein langweiliger Landschaftsgärtner. Er war viel mehr. Was der ausgebuffte Fürst noch so gemacht und durchlebt hat, kann man auf spannende Art selbst herausfinden. Nämlich, indem man sein Vermächtnis rettet:

Wo ist der nächste Hinweis? ©Rätselraum Cottbus

Inmitten des Parks Branitz ist eine Truhe versteckt, in der sich das wahre Erbe von Fürst Pückler befinden soll. Doch wo? Dies gilt es herauszufinden. Die Stiftung Fürst Pückler Park und Schloss Branitz und der Rätselraum Cottbus haben sich zusammengetan und etwas ganz Besonderes entwickelt. Ein Parkrätsel, das sich ganz und gar um das spannende Leben des Fürsten dreht. Aus dem kleinen frechen Hermann ist nämlich ein ganz Großer geworden. Er war nicht nur ein ziemlicher Casanova, sondern auch Schriftsteller, Globetrotter und Erfinder und naja, häufig mittellos. Doch wer weiß? Vielleicht hat er seinen Reichtum nur versteckt? Vielleicht steckt in der Truhe auch was sehr viel Wertvolleres als Geld? Wer sie finden will, muss sich natürlich nicht mit einem Spatel und gesundem Menschenverstand begnügen. Der Rätselraum unterstützt die Schatzjäger tatkräftig bei der Suche und rüstet diese mit iPad, Fernrohr und den geheime Pücklerdokumenten aus.

Da kann eigentlich kaum noch was schiefgehen, oder?

LB

 

Mehr Infos zu Preisen und Terminen:

Parkrätsel „Pücklers Vermächtnis“

Ab 14 Jahren |bis 10 Personen pro iPad/Gruppe

Spieler: 4-80 Personen | Dauer: ca. 2 Stunden

www.escaperoomcottbus.de/parkraetsel

Branitzer Märchenstunde

Nächster Termin: 8.September | jeweils um 14 Uhr, 15 Uhr und 16 Uhr

Weitere: 13. Oktober | 10. November

www.pueckler-museum.eu/angebote/veranstaltungen

 

 

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