Das Cottbuser Kunstmuseum dkw. beherbergt ein größeres Konvolut an Fotografien von Ulrich Wüst  (*1949), die bisher nur selten gezeigt wurden. Die Ausstellung stellt nun zwei Werkgruppen des Fotografen aus den 1980er Jahren in den Mittelpunkt, die den Zustand ostdeutscher Städte zeigen und den Umgang mit Plakaten im öffentlichen Raum erkunden.

Ulrich Wüst, der etliche Jahre als Stadtplaner gearbeitet hatte, ehe er sich Ende der 1970er Jahre gänzlich der Fotografie zuwandte, konzentriert sich in seinen Aufnahmen ausschließlich auf urbane Räume und überprüft diese auf ihre Qualität als Lebensraum für die Menschen.

So beispielsweise in der dokumentarisch angelegten umfangreichen Serie „Stadtbilder“ (1979 bis 1983). Mit klarem, nüchternem Blick fixiert der Fotograf seine Umwelt und entlarvt vielerorts architektonische Stupidität, Uniformität und Banalität, genauso den allmählichen Zerfall und die Vernachlässigung historischer Bausubstanz.

Während in Wüsts Bildern die Bewohner der Städte zumeist abwesend sind, richtet er in den Schwarzweißfotografien des Leporellos „Automat-Imbiss“ seine Aufmerksamkeit gezielt auf die Menschen in einer Selbstbedienungsgaststätte. Mit wachem Auge spürt Wüst auch hier unterschiedlichste Konstellationen im Alltag auf und offenbart Brüche, Widersprüche und Unzulänglichkeiten der Gesellschaft.

Zeitgleich eröffnet im dkw. „Zwischenwelten“, eine Einzelausstellung des Malers Roland Nicolaus (*1954), welche auf Werkreihen seit den 1980er Jahren fokussiert. Hierbei wird der Blick der

Präsentation auf Themenkomplexe gelenkt, die das Schaffen des Künstlers konsequent durchziehen, aber mit formalen Brüchen in unterschiedliche Bildsprachen gefasst werden. Ob mit Collagen, Gemälden, Materialbildern oder Skulpturen erzählt Roland Nicolaus Bildgeschichten, die sehr explizit auf die Kunsthistorie und ihren (kritischen) Bezug zur Gesellschafft verweisen.

Foto: Ulrich Wüst, aus der Serie „Stadtbilder“, Gera, 1978

Ausstellungen:
Ulrich Wüst. In der Stadt und Zwischenwelten.
Roland Nicolaus, Eröffnung: 15.7., 19 Uhr, Laufzeit: 16.7. – 11.9.
www.museum-dkw.de

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