Die Künstlerin Hellen Nabukenya wurde1983 in der Stadt Jinja in Uganda geboren und lebt und arbeitet zur Zeit in der Hauptstadt Kampala. Nach ihrem Studium an der Kyambogo University in Kampala welche sie 2007 in der Fachrichtung Textildekoration und Styling abschloss, beteiligte sich Hellen Nabukenya an der Gründung des Art Punch Studios. Ein Atelier und Ausstellungsraum in Kampala dessen spannende Facebook-Seite sehr zu empfehlen ist. Ihre Arbeiten wurden bisher in Dänemark, Frankreich, Südafrika und Uganda ausgestellt und offenbaren einen großen textilen Grund, bunt oszillierend, mal folkloristisch durchmustert in seinen Details. An einigen Stellen akzentuieren einfarbige Strudel die Fläche. Unterstützt wird dieses vibrierende, stoffliche Rechteck im Ausstellungsraum um weitere kleinere Tep-piche, die in ihrer Machart ähnlich, jedoch stärker von einer Farbe dominiert sind.

Mit ihren erstmals in Deutschland gezeigten Arbeiten bewegt sich Hellen Nabukenya an der Grenze von Kunst und traditionellem Kunsthandwerk. Sie fertigt aus afrikanischen Stoffen Teppiche, Kleidung und Accessoires. Die Entwürfe ihrer raumgreifenden Installationen aus Alttextilien für den Innen- und Außenraum werden von einer Gruppe von Frauen nähend und knüpfend realisiert. Diesem weiblichen, produktiven Kollektiv vermittelte die Textilkünstlerin zuvor die Kunst des Schneiderns, so dass diesen Frauen die Möglichkeit eines eigenständigen Gelderwerbs und somit eine ökonomische Unabhängigkeit an die Hand gegeben wurde.

Nabukenyas Arbeiten machen dem Betrachter ein Angebot: „TUWAYE – Let’s talk“. Sie laden ein, den Gesprächsfaden aufzunehmen, sich tatsächlich einzulassen auf die weiblichen Lebensgeschichten, mit denen die Teppiche durchwirkt sind. Der Cottbuser Maler Matthias Körner arbeitet seit 2005 immer wieder mit der Künstlerin Nabukenya zusammen. Ab 2013 rückte der künstlerische und dokumentarische Film in den Fokus seines Interesses. Für diese Präsentation hielt er exemplarisch den Lebensalltag ugandischer Frauen in Ton und Bild fest.

Die Schau „Hellen Nabukenya: TUWAYE – Let’s talk“ reiht sich zusammen mit den Ausstellungen „Königsland. Alexander Janetzko/Matthias Körner“ sowie „Florence La-zar. Was wärst du ohne mich?“ in eine Serie von Expositionen ein, die sich den Fragen des postkolonialen Blicks, Strategien der Emazipation und Konzepten der Vielfalt widmet.

Michael Apel/pm

Info
Brandenburgisches Landesmuseum
Dieselkraftwerk
Uferstraße/Am Amtsteich 15

03046 Cottbus – Tel: +49 355 4949 4040
dienstags bis sonntags von 10.00 bis 18.00 Uhr
bis zum 12. Mai

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