Sein Tagebuch erzählt, wie sich der Australienforscher auf seine große Reise vorbereitete

 Im Juni hat der große Lausitzer Naturwissenschaftler und Australienforscher Ludwig Leichhardt auf dem wieder fertiggestellten Cottbuser Oberkirchplatz einen bleibenden Platz gefunden. Nahe dem Standort des Gymnasiums, das er von 1824 bis 1831 besucht hat. Im Regia Verlag ist ein Buch erhältlich, das einerseits einen kurzen Lebensabriss des Wissenschaftlers und durch die Veröffentlichung seines Tagebuchs von der Studienreise nach Frankreich, Italien und die Schweiz 1840/41 einen Einblick in die Arbeitsweise, die immense Beobachtungsgabe und seine beachtlichen Formulierungskünste gibt.

Die Reise war für ihn so etwas wie die Probetour für seine Australien-Expedition, die er 1842 begann. Auf dieser ist der 34- oder 35-Jährige  bekanntlich verschollen. Was für ein tragischer Verlust; hätte er doch bei seinem Kenntnissen und Fähigkeiten, seinem internationalen Ruf und seiner Ernsthaftigkeit ein Mann vom Range Humboldts werden können.

Sein Tagebuch hat die Zeiten überdauert. Wie es für die Veröffentlichung vorbereitet wurde, ist ein Roman für sich. Der verdienstvolle Cottbuser Geologe und Naturforscher Rolf Striegler hat sich des Manuskripts angenommen, das stellenweise wie eine Geheimschrift anmutete. Die Schrift war flüchtig, auf Rechtschreibung legte Leichhardt weniger Wert, und häufig verwendete der nur ihm verständliche Abkürzungen. Striegler musste es regelrecht transkribieren, um es lesbar zu machen. Was Leichhardt allein von dieser Reise hinterlassen hat, ist erstaunlich. Die Akribie, mit der er naturwissenschaftliche Beobachtungen beschreibt, die Landschaft schildert und die Menschen in den unterschiedlichen Regionen im Blick hat, das mutet Hochachtung ab.

kw

Das Tagebuch ist im Regia Verlag erschienen und kostet 20 EUR.

 

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